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Hospiz
In Hüttersdorf wird ein Hospiz gebaut

Sterben im Hospiz wird bald auch in der Gemeinde Schmelz möglich sein.
Sterben im Hospiz wird bald auch in der Gemeinde Schmelz möglich sein. FOTO: picture alliance / dpa / Norbert Försterling
Schmelz. Der Baubeginn ist für Sommer 2018 geplant. Zwölf Betten sollen entstehen. Der Förderverein stellt das Projekt am Dienstag vor. Von Monika Kühn

In der Gemeinde Schmelz wird ein Hospiz mit angeschlossener Palliativstation gebaut. Dazu wird eine 1,3 Hektar große Fläche zwischen Autohaus Staden und Kindergarten in Hüttersdorf überplant werden. Der Gemeinderat gab dazu grünes Licht (die SZ berichtete). Auch ein Förderverein hat sich gegründet, dessen Vorsitzender Bürgermeister Armin Emanuel ist.


Die Initiative für den Bau des Hospizes kam von Dr. Peter Schorr, niedergelassener Arzt in Schmelz und Leiter eines überregionalen Netzwerkes für Palliativmedizin. In Schmelz selbst wohnen allein vier Palliativmediziner, erklärt Schorr in einem Gespräch zusammen mit dem Schmelzer Verwaltungschef. Neben ihm werden Alfred Schirra, Ludwig Grün und Alexander Kaufmann zu festen Zeiten im Hospiz tätig sein.

Mit dem Bau soll eine Lücke geschlossen werden. Im nord-westlichen Saarland besteht ein entsprechender Bedarf. Auch im Hinblick auf mehrere Senioreneinrichtungen und Pflegeheime in Schmelz wird der Bedarf gesehen, den Menschen ein würdevolles Sterben in der Gemeinde zu ermöglichen.



Das Hospiz wird über zwölf Betten verfügen. Zwei Zimmer sollen als Besucherzimmer eingerichtet werden, wenn Angehörige bleiben wollen. Die Zimmer werden alle eine Terrasse haben und werden zu einer parkähnlichen Anlage ausgerichtet. Geistliche aller Konfessionen werden vor Ort sein. Auch die Arbeit von Ehrenamtlichen werde sehr wichtig sein. In dem zweigeschossigen Bau werde es auch Multifunktions- und Therapieräume für Palliativmediziner, Physiotherapeuten und geistliche Betreuung geben. Im Saarland gibt es derzeit an vier Standorten 38 Hospizplätze. 60 Plätze sieht der Bedarfsplan vor.

Träger der Einrichtung ist eine gemeinnützige GmbH. Gesellschafter dieser gGmbH sind Personen, die im Palliativ-Bereich bereits tätig sind. Der Investor dieses Projektes wird die Firma HDZ Projektgesellschaft Bettinger Straße GmbH & Co. KG Saarbrücken sein, von der die Betreibergesellschaft das Hospiz nach seiner Fertigstellung anmieten wird. Die Projektberatung für die speziellen Anforderungen an die Bedürfnisse von Hospizbewohnern erfolgt durch die Vitabau GmbH in Schmelz.

Bürgermeister Emanuel hofft, dass noch vor der Sommerpause 2018 Baurecht bestehen wird. 2019 soll die Baumaßnahme abgeschlossen sein. Im Bereich zur Klosterstraße soll ein Wohngebiet entstehen. Die Größe der Fläche ließe es zu, später weitere soziale Einrichtungen anzusiedeln. Mit dem Hospiz in Schmelz werde der Bedarf in den Landkreisen Saarlouis und Merzig-Wadern abgedeckt.

Begleitet wird das Projekt durch einen Förderverein Hospiz und Palliativzentrum. Zu den Aufgaben des Vereins gehört es unter anderem, eine breite Unterstützung durch die Bevölkerung zu gewinnen. Denn fünf Prozent der Kosten, nur auf die Einrichtung bezogen, nicht auf die Kranken, muss extern aufgebracht werden. Das Vorhaben wurde bei den Krankenkassen vorgetragen und ist dort auf positive Resonanz gestoßen.

Am Dienstag, 28. November, 18 Uhr, stellt der Förderverein das Projekt im Sitzungssaal der Gemeinde vor.