Historisches Zollhaus in neuem Glanz

Historisches Zollhaus in neuem Glanz

Die offizielle Einweihung des restaurierten Zollhauses mit dem neu angebauten Kultur- und Sozialforum sowie der in französischem Stil gestalteten Freiflächen ist am Samstag, 29. August. Der Platz vor dem Zollhaus wird nach der französischen Partnerstadt Mitry-Mory benannt.

Nach zweijähriger Bauzeit ist die Neugestaltung der Bettinger Ortsmitte abgeschlossen. 2,97 Millionen Euro kostete die denkmalgerechte Sanierung des historischen Zollhauses an der Ecke Markt- und Hüttenstraße einschließlich angrenzender Flächen. Die Gesamtkosten beinhalten auch den Bau einer neuen Fußgängerbrücke über die Prims und eines Mehrgenerationsspielplatzes in Sichtweite des alten Zollhauses.

Damit nimmt die Wohn- und Lebensqualität in der Schmelzer Mitte deutlich zu. Die offizielle Einweihung des restaurierten Zollhauses mit dem neu angebauten Kultur- und Sozialforum sowie der in französischem Stil gestalteten Freiflächen ist am Samstag, 29. August. Der Platz vor dem Zollhaus wird nach der französischen Partnerstadt Mitry-Mory benannt. Dies hat der Schmelzer Ortsrat entschieden. "Die Realisierung des von der EU geförderten Projektes ermöglichte unserer Gemeinde, einen städtebaulichen Missstand zu beseitigen", erläuterte der Schmelzer Bürgermeister Armin Emanuel .

Um das historische Zollhaus freizustellen, mussten acht ältere Privathäuser in baulich schlechtem Zustand abgerissen werden. Die Gemeinde Schmelz hatte 2011 den sogenannten Kiwi-Wettbewerb gewonnen. Hierbei ging es darum, möglichst kreative, integrative, wirtschaftliche sowie innovative Ideen für städtebauliche Projekte zu entwickeln und sich EU-Fördergelder zu sichern. So erhält Schmelz für die Finanzierung der Ortskernsanierung einen EU-Zuschuss in Höhe von 1,46 Mio. Euro. Knapp 51 Prozent der gesamten Projektkosten muss aus dem Schmelzer Gemeindesäckel bezahlt werden. Der Eigenanteil von 1,51 Mio. Euro ist für Schmelz gut angelegtes Geld.

So konnten mit der Sanierung des Bettinger Ortskerns neue Räume und Flächen für generationsübergreifende Begegnungen der Bürger geschaffen werden. Zudem wurde das Kulturzentrum Bettinger Mühle mit einem Rundweg an die Schmelzer Ortsmitte angebunden.

"Jetzt kommt neuer Schwung in die Ortsmitte, was unser Dorf noch lebenswerter macht", freut sich Ortsvorsteher Günter Huberty. Das 1683 erbaute Zollhaus ist das älteste Arbeiterhaus im Saarland. Am alten Handelsweg von Saarbrücken nach Trier gelegen, diente das Gebäude in napoleonischen Zeiten dazu, Straßenzölle und Brückengelder zu kassieren. Später wohnten in dem Haus Arbeiter der früheren Bettinger Schmelze. Sie gab dem Ort seinen Namen. Auch nach der Restaurierung des Zollhauses unter der Bauleitung des Berliner Architekturbüros Caspar.Gutknecht bleiben die Innenräume teilweise wie ursprünglich erhalten.

Besonders beeindruckend seien die alten französischen Holzdecken und Fachwerkwände, schwärmte Architekt Roger Caspar.

Insgesamt arbeiteten mehr als zehn Firmen an dem Schmelzer Sanierungsprojekt. Das alte Zollhaus mit angebautem Multifunktionstrakt soll künftig von verschiedenen örtlichen Institutionen und Vereinen genutzt werden, bestätigte Sabine Altmeyer, Pressesprecherin der Gemeinde Schmelz . Der neue Mitry-Mory-Platz eigne sich für jegliche Art von Veranstaltung unter freiem Himmel.

Zwei Jahre dauerte die Restaurierung des historischen Schmelzer Zollhauses aus dem Jahr 1683.

Zum Thema:

Auf einen BlickDaten zum Projekt "Lebendige Mitte Schmelz ": Bauphase: 2012-2015. Bauherr: Gemeinde Schmelz . Gesamtkosten : 2,97 Mio. Euro. Förderung als Kiwi-Projekt durch die EU mit 1,46 Mio. Euro (= 49,06 Prozent). Entwurf Planung, Genehmigungsverfahren und Bauüberwachung: Architekturbüro Caspar.Gutknecht (Berlin). Städtebauliche Planung: Argus Concept (Saarbrücken). Ausführungsplanung/Überwachung der Gestaltung von Außenflächen: Biwer Consult (Schmelz ). Gemeindliche Projektbetreuung: Rahime Akkaya. Geplante Nutzung altes Zollhaus: u. a. für den Pflegestützpunkt, die Schuldnerberatung, Bewährungshilfe, Energie- und Seniorensicherheitsberatung, Schiedspersonen, Vereinsarbeit Bürgerfragestunde und Ausstellungen. dl