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Hilfsaktion
„Danke, dass ich meine Lena noch habe“

Die Awo-Mitarbeiter organisierten vor einem Jahr mit der Stefan-Morsch-Stiftung einen Typisierungsaufruf für Lena aus Schmelz (vorne im Bild).
Die Awo-Mitarbeiter organisierten vor einem Jahr mit der Stefan-Morsch-Stiftung einen Typisierungsaufruf für Lena aus Schmelz (vorne im Bild). FOTO: Stefan-Morsch-Stiftung/Annika Zimmer
Schmelz. „Danke, dass ich meine Lena noch habe!“, möchte die 37-jährige Daniela aus Schmelz einfach einmal loswerden. Vor über einem Jahr erhielt ihre Tochter Lena die Diagnose Leukämie. Eine so genannte Stammzelltransplantation war ihre einzige Chance. Der Awo-Landesverband Saarland und die Stammzellspenderdatei Stefan-Morsch-Stiftung riefen im Februar 2017 zur Typisierung in Lebach auf. Die Beteiligung war riesig. Dann die Nachricht: Es gibt einen passenden Spender. Lena kam im April ins Krankenhaus, und es konnte transplantiert werden. Seit Ende 2017 geht sie wieder zur Schule.“

Lena geht gerne schwimmen, spielt mit Freunden Fußball, fährt Rollschuhe und Skateboard. Sie freut sich, an den Wochenenden bei ihrem Vater mit ihm shoppen zu gehen. „Jetzt kann sie es kaum erwarten, bis mein Lebensgefährte und ich mit ihr bei gutem Wetter angeln gehen“, schwärmt Lenas Mutter. „Sie ist ein richtiger Sonnenschein, so fröhlich und beim Unsinnmachen erfinderisch.“ Doch ein bisschen hat sie sich verändert. „Sie freut sich wahnsinnig über Kleinigkeiten: Spaghetti mit Hackfleischsoße, wenn wir zusammen Muffins backen. Und sie ist stolz, dass ihre Haare, die sie bei der Behandlung verloren hat, dick und wellig wieder gewachsen sind.“


Was die heute Elfjährige und ihre Familie erlebt haben, trifft jährlich 11 000 Menschen in Deutschland. Wenn Chemotherapie und/oder Bestrahlung die Leukämie nicht besiegen können, beginnt die Suche nach einem Stammzellspender, der die gleichen genetischen Merkmale besitzt wie der Patient. Stammzellspenderdateien – wie die Stefan-Morsch-Stiftung – sind dabei die entscheidenden Partner. Sie leisten Aufklärungsarbeit über die Chancen der Stammzellspende und die Typisierung. Denn je mehr Menschen als Stammzellspender registriert sind, desto größer ist die Chance, einem an Leukämie erkrankten Menschen helfen zu können.

Lenas Vater, der 44-Jährige Markus, sucht nach passenden Worten, wenn er sich an die Hilfsaktion für Lena erinnert: „Die große Anteilnahme von so vielen Menschen war sehr bewegend. Wirklich großartig. Von Herzen will ich danke sagen.“ So oft es ging, hat er Lena in der Klinik in Freiburg besucht. Wenn es der Schulalltag zugelassen hat, kam Lenas großer Bruder mit: „Die Kinder sind enger zusammengerückt. Lena freut sich, wenn ihr Bruder sie Zuhause bei Mama besucht“, erzählt der 44-Jährige, der mit dem Sohn getrennt von Lena und ihrer Mutter lebt. Für die Eltern war die große Hilfe der Menschen über den Kreis Saarlouis hinaus eine wichtige Kraftquelle.

Therese Colas, die sich als Erzieherin in der Nachmittagsbetreuung der AWO um Lena kümmert, erzählt schnell und atemlos, wenn sie sich an den Aufruf im Februar 2017 erinnert, den sie damals beim AWO-Landesverband angestoßen hatte: „Da kam so eine Welle an Hilfe ins Rollen!“ Vor mehr als einem Jahr fiel ihr auf, dass Lena plötzlich viele kleine blaue Flecken hatte. Colas wurden vor einigen Jahren auch Stammzellen transplantiert, wegen einer Erkrankung des blutbildenden Knochenmarks. Sie weiß, die blauen Flecken können ein Hinweis sein: „Ich habe Lenas Mutter gebeten, mit ihr zum Arzt zu gehen.“ Als es Lena nach der Transplantation besser ging, hat sie das Mädchen in Freiburg besucht. Colas hat sich sehr gefreut, als Lena im Herbst wieder die Betreuung besuchen konnte. „Dass es ihr wieder gut geht, liegt mir sehr am Herzen.“

Vor einigen Wochen feierte Lena ihren elften Geburtstag. Und im April feierte die Familie dann Lenas neuen, zweiten Geburtstag.



Nächste Gelegenheit, Lebensretter zu werden, ist am Dienstag, 15. Mai, beim Blutspende- und Typisierungstermin des DRK-Ortsvereins Schwalbach und der Stefan-Morsch-Stiftung, 15.30 bis
20 Uhr Gemeindesaalbau Schwalbach.