Gemeinderat Schmelz will rasende Autofahrer mit mobilem Blitzer stoppen

Kostenpflichtiger Inhalt: Kampf gegen Temposünder : Mobiler Blitzer in Schmelz soll Raser stoppen

Autofahrer, die mit 100 Stundenkilometern durch den Ort rasen? Das kommt in der Gemeinde Schmelz offenbar nicht selten vor. Nun schafft die Gemeinde einen mobilen Blitzer an.

Die Zahlen sind erschreckend: 94 Stundenkilometer, 99 Stundenkilometer. Sogar mehr als 100. Und das innerorts. Damit soll nun Schluss sein: Die Gemeinde Schmelz setzt ab 1. Februar einen mobilen Blitzer ein. Das beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung bei einer Gegenstimme.

Grund sind die erschreckenden Geschwindigkeiten, die im vergangenen Oktober und November gemessen wurden. In der Trierer Straße wurde dabei ein Spitzenwert von 94 Stundenkilometern ermittelt. Von 13 506 Fahrzeugen, die innerhalb einer Woche Richtung Ortszentrum Schmelz fuhren, überschritten rund 2170 Fahrzeuge die zulässige Geschwindigkeit.

Und nicht nur die Trierer Straße ist betroffen. In der Primsweiler Straße in Hüttersdorf wurden aus Richtung Körprich kommend in einer Woche 12 611 Fahrzeuge gemessen. Hier lag die Höchstgeschwindigkeit bei 93 Stundenkilometern, mit Geschwindigkeitsübertretungen bei 2717 Fahrzeugen. In Gegenrichtung waren 19 059 Fahrzeuge erfasst worden. Die Höchstgeschwindigkeit betrug hier sogar 99 Stundenkilometer, wobei insgesamt 6211 Fahrzeuge innerhalb einer Woche die zulässige Geschwindigkeit übertreten hatten.

Bei einer älteren Messung in Höhe der Aral-Tankstelle in der Primsweiler Straße hatten vier Pkw sowie ein Motorrad sogar mehr als 100 Stundenkilometer erreicht. „Ein Wahnsinn, dem wir einfach ein Ende bereiten müssen“, sagte Bürgermeister Wolfram Lang in der letzten Ratssitzung des Jahres 2019.

Dafür kommt nun ein Fahrzeug mit mobilem Blitzer zum Einsatz. Dieses stellt die Firma Jenoptik zur Verfügung. Denn nach einem Beschluss des Gemeinderates vom April 2019 sollten stationäre Blitzer dieser Firma in der Gemeinde Schmelz eingesetzt werden. Den Einsatz dieser Messgeräte untersagte der saarländische Verfassungsgerichtshof im Juli 2019. Grund war die Speicherung der erfassten Daten. Bis die erforderlichen technischen Änderungen erfolgt sind, kommt der mobile Blitzer zum Einsatz.