| 20:18 Uhr

Filmvorführung
Wenn das Krankenhaus zur Fabrik wird

Schmelz. In den Schmelzer Lichtspielen stellt Attac diesen Sonntag den Dokumentarfilm „Der marktgerechte Patient“ vor. red

Was läuft falsch in unserm Gesundheitswesen? Warum werden Patienten aus dem Krankenhaus entlassen, bevor ihre Erkrankung richtig auskuriert ist? Warum werden kleine Krankenhäuser (z.B. Wadern) geschlossen? Weshalb sind die Arbeitsplätze in der Pflege derzeit so wenig attraktiv? Was sind die Gründe dafür, dass Ärztinnen und Ärzten in Klinik und Praxis immer weniger Zeit für die Behandlung der Kranken bleibt? Warum streiken Pflegekräfte für bessere Arbeitsbedingungen?


Um diese Fragen geht es in dem Film „Der marktgerechte Patient“, den die Attac-Regionalgruppe Untere Saar am Sonntag, 25. November, um 11 Uhr in den Schmelzer Lichtspielen (Trierer Str. 55) zeigt. Der Eintritt ist frei, nach der Vorführung besteht Gelegenheit zur Diskussion.,

Der 82 Minuten lange Dokumentarfilm des Duos Lorenz/Franke beschreibt am Beispiel der Krankenhäuser eindrucksvoll die verheerenden Auswirkungen der zunehmenden Privatisierung und Konzentration im Gesundheitswesen und ihre Folgen für die Patientenversorgung. Er zeigt am Beispiel der Krankenhäuser auf, wie sich eine soziale, nicht auf Gewinnabsichten zielende Einrichtung der Daseinsvorsorge unter dem Druck des Marktes zu einer Art Fabrik wandelt, in der in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Menschen „repariert“ werden sollen. Aber Gesundheit ist keine Ware und Menschen sind keine Werkstücke.



Die Umstellung der Krankenhausfinanzierung auf Fallpauschalen  im Jahr 2004 führte zu einem enormen Spardruck auf die Krankenhäuser, dessen Folgen Patienten und Personal zu spüren bekommen. Private Konzerne (im Saarland zwar bisher noch wenig verbreitet) erwirtschaften ihre Gewinne aus dem Geld der Versicherten vor allem mittels Arbeitsverdichtung und Lohndrückerei. Die wichtige wohnortnahe Versorgung in kleinen Krankenhäusern kann im System der Fallpauschalen nicht kostendeckend finanziert werden.

Der Film belässt es nicht bei der Klage über diese Entwicklungen. Es wird aufgerufen, sich dem Trend zu Konzentration und Privatisierung entgegenzustellen. Wer sich für ein soziales Gesundheitswesen einsetzen will, in dem es um die kranken Menschen und nicht um Gewinnerzielung geht, sollte sich diesen Film ansehen.