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Februar-Frost hat dem Korn zugesetzt

Februar-Frost hat dem Korn zugesetzt

Viele Bauern aus dem Kreis können sich diesmal nicht richtig an den leuchtend-gelb blühenden Rapsfeldern erfreuen. Der strenge Frost im Februar hat nämlich mancherorts großen Schaden verursacht. Landwirtschaftsmeister Peter Bernarding aus Bettingen beschreibt die Lage.

Schmelz-Bettingen. Von weitem sehen die derzeit blühenden Rapsfelder wie einheitliche gelbe Teppiche in der Landschaft aus. Steht der Betrachter jedoch näher an einem Feld, erkennt er Stellen, auf denen kein Halm der Ölfrucht steht. An einem Acker mit ausgedehnten leeren Stellen zwischen Schmelz und Gresaubach sagt Landwirt Peter Bernarding zur Erklärung erstmals nur das eine Wort "Frostschaden".Die Vorgeschichte: Der im Vergleich zu den Vorjahren milde Winter sorgte für rasantes Wachstum des im Spätsommer ausgesäten Wintergetreides. Pflanzen von Raps, Gerste, Weizen und Triticale (Kreuzung aus Weizen und Roggen) waren Ende Januar außergewöhnlich gut entwickelt. Doch dann kam Anfang Februar strenger Frost mit Temperaturen bis 20 Grad unter Null, der die nicht durch Schnee geschützten jungen Triebe besonders an ungeschützten Stellen erfrieren ließ.

Bernarding berichtet weiter: "Beim Raps habe ich Ausfälle von 30 bis 40 Prozent festgestellt und beim Weizen und der Triticale 20 Prozent. Die meisten Verluste auf meinen Feldern gibt es jedoch bei der Wintergerste, nämlich 40 bis 50 Prozent". Der Bauer merkt noch an, dass einige seiner Kollegen aus der Region einzelne Flächen mit Gerste und Weizen umpflügen und mit Sommergetreide einsäen mussten, weil der Frost fast alle Pflanzen vernichtet hatte. Er selbst habe auf die zweite Aussaat verzichtet, weil sie zusätzliche Kosten verursache und weniger Ertrag bringe.

Theresia Croon, Vorsitzende des Bauernverbandes im Kreis Saarlouis, bestätigt die Angaben, kann aber noch keine exakten Zahlen zu den erwarteten Ernteausfällen im Landkreis machen, wenn sie anmerkt: "Alle Getreidesorten sind in diesem Jahr wegen des Frostes schlecht aus dem Winter gekommen. Hinzu kommt, dass sich der Weizen wegen der Trockenheit und der mäßigen Temperaturen im März nicht wie gewohnt entwickelt hat". Ihr Kollege Bernarding verweist noch darauf, dass nach dem katastrophalen vorigen Jahr mit der lang anhaltenden Trockenheit von Dezember 2010 bis in den folgenden März hinein, wiederum mit größeren Einnahmeeinbußen zu rechnen sei.