Ein Schlafzimmmer für 300 Euro

Schmelz. Schon beim Betreten des Ladens merkt der Kunde sofort: Das ist kein Möbellager, das ist mehr. Hier wird mit Liebe und viel Motivation ein "Geschäft" betrieben

 Interessierte Schmelzer informierten sich bei der offiziellen Einweihung über die Arbeit der Möbelbörse. Foto: Achim Thiel

Interessierte Schmelzer informierten sich bei der offiziellen Einweihung über die Arbeit der Möbelbörse. Foto: Achim Thiel

Schmelz. Schon beim Betreten des Ladens merkt der Kunde sofort: Das ist kein Möbellager, das ist mehr. Hier wird mit Liebe und viel Motivation ein "Geschäft" betrieben. Neben dem "anderen Laden" - dort können Kleider und Haushaltswaren für wenig Geld erworben werden - hat die GSE im ASB (Gemeinnützige Gesellschaft für Sozialeinrichtungen des Arbeiter-Samariter-Bundes) einen Verkaufsladen für Möbel eingerichtet. Beim Durchgang erklärt Annelie Otto von der Projektsteuerung zusammen mit Ausbilder Dieter Haus die Arbeitsweise.Alle Möbel sind Spenden von Privatpersonen. Diese rufen in Schmelz an, Dieter Haus kommt zu ihnen und entscheidet, ob die angebotenen Möbel für ihre Kundschaft zu gebrauchen sind. Zusammen mit den vier Bürgerarbeitern - eine Bürgerarbeiterin kümmert sich um die Verwaltung und Organisation - holt er die Möbel ab, poliert sie auf oder repariert. Im Laden werden sie wieder aufgestellt und in vielen Fällen hilft das Team auch bei der Aufstellung in der neuen Wohnung. Und das für ein geringes Entgelt. Ein komplettes Schlafzimmer ist zum Beispiel für um die 300 Euro zu haben. "Die Arbeit macht Spaß", merkt Ricardo Spel an. Der 44-Jährige ist von Beruf Metzger. Zuvor war der Schmelzer als Ein-Euro-Jober in Lebach beschäftigt. Bei diesem Projekt verdiene er etwas mehr und außerdem brauche er auch keine Fahrkarte. Er kann zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen. Auch Mike Prinz gefällt die Arbeit mit den Möbeln sehr gut. "Das ist keine langweilige Beschäftigung." Der 30-Jährige wohnt in Eidenborn. Beide hoffen, dass sie nach diesem Projekt wieder im ersten Arbeitsmarkt einen Platz finden werden. Über die Arbeit und die neuen Räume informierten sich bei der offiziellen Eröffnung unter anderem ASB-Landesvorsitzender Guido Jost, Landrat Patrik Lauer, Bürgermeister Armin Emanuel und Nortrud Bechter, Geschäftsführerin der GSE des ASB.

Seit 2001 betreibt die GSE im ASB in Schmelz den "anderen Laden", die Kleider- und Haushaltswarenbörse, in der Birrbachstraße 1. Hier werden von Privatpersonen gespendete Kleidung, Haushaltswaren und Spielsachen wieder aufbereitet und zum Verkauf angeboten. Im Laufe der vergangenen Jahre habe sich gezeigt, dass auch eine große Nachfrage nach gebrauchten Möbeln und Einrichtungsgegenständen da ist.

So kam immer wieder die Idee auf, parallel zum anderen Laden eine Möbelbörse als eigenständiges Projekt einzurichten. Mit der Förderung von zusätzlichen Arbeitsplätzen im Rahmen der Bürgerarbeit aus Mitteln des Bundes und des Europäischen Sozialfonds (ESF) bot sich die Gelegenheit, im Rahmen dieses Modellprojektes eine Möbelbörse zu initiieren. Die Bürgerarbeiter sind im Umfang von 30 Wochenarbeitsstunden sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Ziel dieses Projektes sei es, insbesondere einkommensschwachen Familien sowie Bürgerinnen und Bürgern mit kleinem Geldbeutel eine günstige Einkaufsmöglichkeit für Möbel und Einrichtungsgegenstände zu bieten, hieß es bei der Vorstellung.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von neun bis 16 Uhr. Möbelbörse Schmelz, Birrbachstraße 1, Schmelz, Tel. (0 68 87) 30 53 89. Ansprechpartner: Dieter Haus, Anleiter, Dieter.Haus@gse-saar.de.

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