Die Papiersammler kommen

Schmelz. Es ist kalt an diesem Samstagmorgen. Gerade einmal ein wenig mehr als null Grad zeigt das Thermometer an. Doch auch von diesen Temperaturen lassen sich die 60 Kinder im Alter von sechs bis 16 Jahren nicht abschrecken. In dicke Jacken gehüllt - teilweise mit Mützen und Handschuhen ausgestattet - legen die Jugendfußballer des 1. FC Schmelz pünktlich um neun Uhr mit ihrer Arbeit los

Schmelz. Es ist kalt an diesem Samstagmorgen. Gerade einmal ein wenig mehr als null Grad zeigt das Thermometer an. Doch auch von diesen Temperaturen lassen sich die 60 Kinder im Alter von sechs bis 16 Jahren nicht abschrecken. In dicke Jacken gehüllt - teilweise mit Mützen und Handschuhen ausgestattet - legen die Jugendfußballer des 1. FC Schmelz pünktlich um neun Uhr mit ihrer Arbeit los. Nach einem stärkenden Frühstück im Clubheim am Bettinger Sportplatz steigen sie zusammen mit rund 30 Eltern sowie Trainern und Betreuern des Vereins in die von der Gemeinde Schmelz, Firmen und Privatpersonen bereitgestellten Fahrzeuge und fahren bis in die Mittagsstunden Schmelz-Bettingen und Schmelz-Außen ab. Ihr erklärtes Ziel: Altpapier einsammeln. Das soll im Laufe des Tages die bereitgestellten Container füllen und anschließend an den Entsorgungsverband Saar (EVS) verkauft werden. Die verdienten Euro fließen in die Jugendkasse des Schmelzer Fußballclubs. "In Zeiten knapper Kassen muss man sich was einfallen lassen, um Geld reinzubringen", sagt Peter Schwarz, stellvertretender Jugendleiter des 1. FC. Die Idee zu der Sammelaktion kam Schwarz bereits Anfang des Jahres, und im März wurde sie zum ersten Mal in die Tat umgesetzt. 28 Tonnen Altpapier kamen damals zusammen. Für mehr als 2000 Euro konnte der FCS seine Sammelleistung damals verkaufen und unter anderem ein Jugendzeltlager davon finanzieren. Am Samstag kamen mehr als 35 Tonnen zusammen. "Konservativ geschätzt", lacht Schwarz. Kein Wunder: Viele Schmelzer waren von der ersten Aktion der Jugendfußballer so begeistert, dass sie seitdem in ihren Garagen und Kellern fleißig Papier sammelten. So hat eine Interessengemeinschaft Altpapier um Otmar Lenhof aus Außen seitdem drei Tonnen alte Zeitungen, Telefonbücher und vieles mehr an Papier für die gute Sache zusammengetragen. Wie viel Geld die Jugendfußballer diesmal einnehmen werden, steht noch nicht fest. "Die Papierpreise sind seit April gefallen", bedauert der engagierte Jugendleiter. Aber das Geld sei eh nur eine schöne Nebensache. Wichtiger sei, dass die Kinder zusammen etwas unternehmen und Imagepflege für den Verein betreiben. "Ich merke, dass die Aktion zusammenschmiedet und die Kameradschaft steigt", hat Schwarz festgestellt. Außerdem habe der Verein seit der ersten Sammelaktion einen höheren Zulauf an Kindern als zuvor. Probleme, die Kinder und Jugendlichen zu der zweiten Auflage der Altpapiersammelei zu motivieren, hatte Schwarz nicht. "Wir können uns selbst Geld verschaffen und haben auch noch zusammen Spaß dabei", fasst der zwölfjährige Joshua Simmer zusammen, was wohl die meisten der Jugendlichen über die Aktion dachten. "Wir können uns selbst Geld verschaffen und haben Spaß dabei."Joshua Simmer (12)