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Deutschland-Premiere beim Primsweiler Preisskat

Skatpunkte digital : Wer schreibt bleibt – jetzt per App

In Primsweiler wurde jetzt erstmals ein Preisskat-Turnier mit elektronischer Listenführung gespielt. Die deutschlandweite Premiere ist gelungen.

Die Digitalisierung macht auch vor traditionellen Sportarten wie Skat nicht Halt. Schon 1813 wurde das Kartenspiel im thüringischen Altenburg aus dem Schafkopf entwickelt und 1899 der Deutsche Skatsport-Verband gegründet. Seit mehr als 200 Jahren wird mithin nach festen Regeln gespielt. Und ob beim Bierlachs mit Freunden im Lokal oder bei einem Turnier mit zwei Serien zu je 48 Spielen werden die Ergebnisse von einem der Mitspieler in Papierlisten mitgeschrieben. So lief es bislang auch bei einem Preisskatturnier, das der SC Primsweiler seit 2012 jedes Jahr an Ostersamstag ausrichtet.

Diesmal mussten die 83 Teilnehmer, darunter der ehemalige Ministerpräsident Peter Müller als Schirmherr, jedoch eine halbe Stunde warten, bis das erste Blatt gespielt werden konnte. Markus Montag, wie schon in den letzten sieben Jahren Turnierleiter, erklärte zunächst, dass zwar weiterhin nach der bekannten Skat-Ordnung gespielt werde. Die Listenführung erfolge jedoch erstmals elektronisch. „Es ist ein Experiment, eine bundesweite Premiere“, erläuterte Montag, der seit 2011 auch Präsident des Saarländischen Skatsport-Verbandes (SSkV) ist.

Als solcher wollte er die von dem Darmstädter Sascha Deckert entwickelte Technik des „Skat-Guru“ im Saarland testen. Skat-Guru gibt es seit zwei, drei Jahren und wird seit einiger Zeit in Deutschland bereits bei offiziellen Turnieren wie Landesmeisterschaften und in der 1. Bundesliga eingesetzt. Mit dem erstmaligen Einsatz bei einem offen ausgeschriebenen Preisskat-Turnier feierte diese Technik nun hierzulande eine deutschlandweite Premiere.

Die bezeichnet Montag als „absolut gelungen“. Es habe alles bestens funktioniert und allen Spaß gemacht, zog er ein zufriedenes Fazit. Die alten Listen seien anfällig für Rechenfehler, oft schwierig zu führen, umständlich und zeitaufwändig. „Mit der fehlerfreien elektronischen Listenführung waren wir trotz späterem Beginn sogar noch schneller fertig als sonst“, sagte Montag, Berührungsängste habe es auch bei den älteren Spielern nicht gegeben.

Der Verbandspräsident will den saarländischen Skatsport nun in das digitale Zeitalter führen: „Primsweiler war dazu ein ganz wichtiger Schritt“, sagt er. Nach den Sommerferien soll der Verband über die Einführung der Neuerung entscheiden. Dabei dürfte es vor allem um die Kosten gehen. Weniger um die jährlich 150 Euro Lizenzgebühr für die App Skat-Guru, die auf jedem Android-Smartphone genutzt werden kann. Hauptkostenfaktor werden die 50 Tablets zu je 90 Euro sein, die der Verband für die Durchführung von Turnieren, Meisterschaften und bei den Liga-Wettkämpfen benötigt.

Markus Montag hofft jedoch auf eine Refinanzierung der 4500 Euro durch Vermietung an die Vereine oder benachbarte Verbände. Anstelle einer zentralen Beschaffung kann er sich aber auch einen Kauf der Tablets direkt durch die Vereine vorstellen.

Karo einfach gereizt oder nicht – es hat nicht gereicht. Und ob das Spiel nachher im Block oder dem Smartphone notiert wird, hilft hier leider nix. Foto: Karl Heinz Wamsbach Foto: Karl Heinz Wamsbach

Ob die „enormen Vorteile“ die Kosten rechtfertigen, das wird demokratisch diskutiert und entschieden, sagt Markus Montag. Der Präsident will seine Mitglieder auf dem Weg ins digitale Zeitalter also auf jeden Fall mitnehmen.