Der Hüter der kleinen Bücherei

Der Hüter der kleinen Bücherei

3000 Medieneinheiten hält Eugen Dahlem in der Bücherei vor. 1983 gründete der ehemalige Lehrer in Dorf im Bohnental die kleine Bibliothek. Ein bescheidener Etat von nur 250 Euro steht ihm dafür zur Verfügung. Bei der Fachliteratur hat sich Dahlem auf die saarländische Geschichte spezialisiert.

Die alte Schule in Dorf im Bohnental hat in dem 299-Seelen-Dorf ein Alleinstellungsmerkmal. 1912 wurde sie erbaut, die Linde davor im gleichen Jahr gepflanzt. Wo bis 1969 die Dorfer Kinder die Schulbank drückten, haben nun die Bücherei, der Tisch tennisclub und der Ortsrat eine neue Bleibe. Die Schule hat aber auch eine Küche, die von Vereinen oder der Dorfgemeinschaft genutzt oder angemietet werden kann. In der ehemaligen Lehrerwohnung, die Eugen Dahlem und seine Familie einst bewohnt hat, befindet sich nun die Bücherei, der Sitzungssaal, Umkleidekabinen, Duschen und Toiletten. Im Keller der alten Schule stehen die Tischtennisplatten.

Als Eugen Dahlem, der aus Lebach stammt, 1983 die Bücherei gründete, konnten er, seine Frau und seine Tochter in den Anfangsjahren den Ansturm bei der Ausleihe kaum bewältigen. 50 bis 80 Menschen kamen wöchentlich. "Das war sehr viel für den kleinen Ort." Doch dann bekam der Nachbarort Scheuern eine Bücherei und in der Limbacher Schule wurde ebenfalls eine eingerichtet. "Die jungen Leute fehlen uns." Große Anschaffungen sind leider nicht möglich, so der pensionierte Lehrer . Mit 250 Euro verfügt Dahlem nur über einen bescheidenen Etat. Neu angeschafft werden deshalb meist nur Taschen- oder Hörbücher. Bei der Fachliteratur , da hat sich der 75-Jährige auf die saarländische Geschichte spezialisiert.

Eugen Dahlem ist aber nicht nur als Hüter der Bücherei im Ort bekannt. Er setzt sich tatkräftig für viele Belange des Schmelzer Ortsteils ein. So wie bei dem Backofen, der hinter der Schule in der Grillhütte aufgebaut wurde. Dahlem hat in Limbach in einem alten Haus einen Backofen entdeckt. Zusammen mit Roman Blug hat er diesen Stein um Stein abgetragen, die Steine nummeriert und mit Zustimmung des Ortsrates hinter dem Schulgebäude wieder aufgebaut. 2010 war Einweihung. "Die Flammkuchen sind der Renner." Viele Vereine nutzen den Ofen, auch kann der Platz um die alte Schule gut zum Feiern genutzt werden.

Die Gründung des Tischtennisclubs geht auch auf Dahlems Kappe. Schon früher habe er in Lebach Tischtennis gespielt. Gerne denkt Dahlem auch an den Kirchenbasar 1981 zurück. Die Dorfkirche befand sich in einem schlechten Zustand. Geld zur Renovierung fehlte. Doch die Dorfer organisierten einen Kirchenbasar. Sage und schreibe 34 000 Mark Gewinn kam dabei heraus. Der Kirchenförderverein existiert noch. Seine Mitglieder pflegen heute noch die Anlagen. Tatkräftige Hilfe erhielten sie kürzlich durch zwei Männer aus Eritrea, die von einem Mitglied des Vereins unterstützt werden.