Denkbar knappes Ergebnis bei der Bürgermeister-Wahl in Schmelz

Bürgermeister-Wahl Schmelz : Die Briefwahl brachte in Schmelz die späte Entscheidung

Was für ein Wahlabend am Sonntag in Schmelz. Spannender konnte es nicht mehr sein. Bis kurz vor Bekanntgabe des Ergebnisses gingen viele noch von einer Stichwahl aus. So war zumindest der Eindruck unter den Anwesenden.

Der neu gewählte Bürgermeister Wolfram Lang (SPD) hatte wohl selbst nicht damit gerechnet, wenn er auch bis zuletzt gehofft hatte, im ersten Wahlgang zu gewinnen. Noch um kurz vor zehn Uhr hatte es auch ganz nach einer Stichwahl ausgesehen. Ausgezählt waren fast alle Stimmen, zwei Briefwahlbezirke fehlten zu diesem Zeitpunkt noch. Da lag Wolfram Lang mit 48,8 Prozent zwar weit vorne vor seinen Mitbewerbern, aber eine Stichwahl schien denkbar. Doch so schnell gab sich der sichtlich angespannte Bürgermeister-Kandidat nicht geschlagen. Es fehlten zu diesem Zeitpunkt noch zwei Briefwahlbezirke. In Zahlen: 1951 Stimmen. Die Spannung war förmlich zu spüren. Der Blick ging ständig Richtung Wand im Rathaus, an der die Ergebnisse immer wieder aktualisiert wurden. Es wurde zunehmend lauter, plötzlich dann: die Zahlen schnellten in die Höhe, als auch die beiden letzten Briefwahlbezirke ausgezählt waren. Lang hatte es tatsächlich geschafft: 50,17 Prozent, denkbar knapp. Er hatte von den 1951 Briefwählern 997 Stimmen erhalten.

„Denkbar knapp“, war denn auch die einhellige Meinung der Anwesenden. Da darf beim Auszählen der Stimmen tatsächlich nicht gestört werden. Einige Besucher hätten gerne mal in den Raum hineingeschaut, aber das ist verboten. Verständlicherweise. Werden bei einem solch knappen Ergebnis die Stimmzettel dann nicht mehr als einmal ausgezählt, fragen wir Joachim Graf von der Gemeinde Schmelz. „Am Abend der Wahl werden die Stimmzettel geöffnet, überprüft und gezählt. Also ein Mal. Allerdings am Tag danach (also gestern) wird jedes Ergebnis zwei Mal von zwei unterschiedlichen Personen überprüft. Bei dieser Masse an Zahlen, wie es zum Beispiel bei der Europawahl der Fall war, mit 40 Parteien, kann es schon mal zu einem Zahlendreher kommen“, erklärt Graf. Den ganzen Tag sind viele Helfer, der Gemeindewahlausschuss zu Gange, bis am heutigen Dienstag der Gemeindewahlausschuss tagt und - wenn es keine Änderungen mehr gibt - aus dem vorläufigen Ergebnis ein amtliches wird. Die Wahlzettel werden im übrigen an einem sicheren Ort in Säcken aufgehoben. Und wie lange? Graf: „Das kann bis in zwei Jahren sein, wenn die Bundestagswahl ist. Das bestimmen nicht wir. Wir müssen warten, bis wir grünes Licht von oben bekommen. Erst dann dürfen die Wahlzettel vernichtet werden.“

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