| 20:28 Uhr

Crosslauf
Das war nichts für Schönwetterläufer

Unbeeindruckt: Martin Schedler läuft trotz Minusgraden.
Unbeeindruckt: Martin Schedler läuft trotz Minusgraden. FOTO: Ruppenthal
Schmelz. Knackige Bedingungen herrschten am Sonntag bei den Crosslauf-Landesmeisterschaften in Schmelz. 400 Unverzagte waren am Start. Von Roland Schmidt

Brrr, war das bibberkalt am vergangenen Sonntag bei den Crosslauf-Saarlandmeisterschaften in Schmelz. Frostige Minusgrade und ein scharfer Wind verwandelten den Sportplatz „In der Heide“ in ein Kühlhaus. Die Sonne am azurblauen Himmel sorgte zwar für gute Stimmung und setzte Endorphine frei. Man musste sich aber dick einpacken und die Muskeln gründlich aufwärmen, um hier auf Betriebstemperatur zu kommen.


Rund 400 jugendliche und aktive Läuferinnen und Läufer trotzten der Kälte. Schon vor ihren Starts in den Titelrennen und offenen Läufen zitterten sie um die Wette und waren froh, als es endlich losging. „Von den Beinen her ging es, aber die Luft war klirrend kalt. Man musste anfangs flacher atmen“, verriet Helen Helfen ihre Sieger-Taktik.

Die 17 Jahre alte Athletin vom LC Rehlingen bretterte in 12:58 Minuten über den welligen 3100-Meter-Kurs und gewann bei der weiblichen Jugend U20 klar. „Ich bin es so angegangen, dass ich später nicht eingegangen bin“, schmunzelte die neue Saarlandmeisterin und lobte die Strecke.



Die war von der LSG Schmelz-Hüttersdorf wie schon beim Adventscrosslauf im Dezember bestens präpariert und mit anspruchsvollen Anstiegen gespickt worden. Am knüppelharten Boden konnte der Ausrichter nichts ändern. Klauspeter Brill verriet, worauf zu achten war: „Die Traktoren-Spuren waren hart gefroren. Um nicht umzuknicken, konnte ich nicht immer Ideallinie laufen“, sagte der Lebacher Bürgermeister, der für die LTF Theeltal Platz vier in der Altersklasse M45 holte.

Die Bestzeit auf dem 6000-Meter-Kurs markierte Triathlet Marc Trautmann vom LA Team Saar. Bereits nach 20:57 Minuten durfte der 21 Jahre alte Gesamtsieger und Saarlandmeister zum wärmenden Teebecher greifen. Martina Schumacher fand die Bedingungen ideal. „Der Untergrund war fest und nicht so rutschig, wie man es sonst von Crossläufen kennt. Es hat Spaß gemacht – als die Füße endlich warm waren“, grinste die 42 Jahre alte Rehlingerin, die bei den Frauen W40 in 16:03 Minuten gewann.

Ein schnelleres Tempo über die 4000-Meter-Distanz lief nur Anne Haug vom LAZ Saar 05 Saarbrücken. Die 35 Jahre alte Triathletin kam nach 14:30 Minuten ins Ziel – und hatte irgendwie noch nicht genug. „Ich war auf Matsch eingestellt, aber es war kalt, hart und schön. Jetzt laufe ich noch ein bisschen aus“, meinte die Gesamtsiegerin vor ihrem „Cooldown“ auf der abschließenden 12 500-Meter-Langstrecke, die nicht offiziell gewertet wurde. Vor allen Männern lief Haug locker ihren zweiten Tagessieg ein. Erschöpft wirkte sie nicht. Claus Jericho und seine Helfer sahen da schon etwas müder aus. Doch ihr Einsatz hatte sich gelohnt. „Wir hatten extrem viele Teilnehmer, leistungsstarke Konkurrenzen und optimale Bedingungen. Es ist alles super gelaufen“, resümierte der Vorsitzende des LC Schmelz. > Sport kompakt