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Demo an der Grundschule Schmelz
Das Aus für die kurzen Schulwege 

Lautstark setzten sich Kinder und Eltern für die Devise „Kleine Füße - kleine Wege“ ein.
Lautstark setzten sich Kinder und Eltern für die Devise „Kleine Füße - kleine Wege“ ein. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel
Schmelz. Wegen der geplanten Umstrukturierung der Schulstandorte in Limbach und Schmelz haben jetzt Eltern und Schüler demonstriert. Von Carolin Merkel

. Siegmund Kreischer aus Limbach ist sauer. Seine Tochter, erzählt er, wurde in der Grundschule in Limbach eingeschult, besucht mittlerweile die zweite Klasse. Mit dem kurzen Schulweg soll aber bald Schluss sein, ab der Klassenstufe drei werden alle Kinder der Gemeinde am Schulstandort Schmelz unterrichtet. Ein Elternbrief vor den Osterferien habe ihn darüber informiert. Nicht nur die Kinder in Limbach müssen einen Schulweg mit dem Bus auf sich nehmen, auch die Kinder aus Schmelz müssen fahren – und das seit diesem Schuljahr bereits ab der ersten Klasse. Denn die ist für Schmelz und Limbach am Standort Limbach untergebracht. „Wir wohnen direkt an der Schule, trotzdem muss meine Tochter Alina mit dem Bus fahren. Das bedeutet, deutlich früher aufzustehen“, erzählt Anastasia Feist.


Und das ist nicht das einzige Problem. „Die Busse kommen zu spät, sind zu voll, die Kinder sind erst an der Schule, wenn der Unterricht beginnt“, erzählt Kreischer. Zudem sei – etwa für die Kinder aus Michelbach – die Busfahrt einfach zu lang. „Die Kinder steigen als erstes ein, fahren über Schmelz nach Limbach, sind so eine gute halbe Stunde unterwegs“, sagt er. Der acht Jahre alte Tyler aus Limbach erklärt, dass er es nicht gut findet, ab dem kommenden Schuljahr mit dem Bus zu fahren, „weil die Schule ja bei uns im Dorf ist“, sagt er.

Auf Initiative von Kreischer waren am Donnerstagnachmittag etliche Mütter mit ihren Kindern zur Stephanschule nach Schmelz gekommen. Sie machten ihrem Unmut Luft, nutzten eine Dienstbesprechung der Lehrerschaft, sich lautstark auf dem Schulhof zu präsentieren. Ein Gespräch lehnte die Schulleitung an diesem Nachmittag ab.



Ganz leise machte sich neben dem Unmut auch die Sorge um eine eventuelle Schließung des Schulstandorts Limbach breit. „Natürlich finde ich es nicht gut, dass unsere Kinder mit dem Bus fahren müssen. Als Geschwisterkinder sind sie dann an zwei Schulen. Ich würde mir wünschen, dass die Große noch in Limbach ihre Grundschule beenden kann, für die Kleine könnte ich mit der neuen Regelung leben“, sagt eine Mutter. Sie vermisst vor allem eine frühzeitige Information vom Schulträger.

„Alle Schüler und Schülerinnen der Klassenstufe 1 aus den Gemeindebezirken Schmelz, Limbach, Michelbach und Dorf werden seit dem Schuljahr 2017/2018 in Limbach eingeschult. Gründe waren unter anderem ein einstimmiger Beschluss der Schulkonferenz vom 29. Mai 2017 mit den Stimmen der Elternvertretung,“ erklärt hierzu Silke Schleimer von der Gemeindeverwaltung. Die Maßnahme diene der Sicherung des Schulstandortes Limbach. Bisher habe bei den unterschiedlichen Schülerzahlen immer wieder das Los entschieden, welche Kinder von Schmelz nach Limbach gingen, erklärt sie.

Nun komme die Regelung, dass alle Schüler der Klassenstufen 3 und 4 am Standort in Schmelz unterrichtet werden. „Die Eltern der jetzigen Klassenstufen 2 und 3 wurden hierüber bereits im letzten Schuljahr von den Elternsprechern informiert“, betont sie. Auch hier läge ein einstimmiger Beschluss der Schulkonferenz vor. Für diese Regelung spreche „eine bestmögliche Aufteilung der Klassen aus pädagogischer und organisatorischer Sicht und eine bestmögliche Auslastung beider Standorte“. Für den Transport, erklärt Frank Bernardy, Bezirksleiter der KVS, stehen zwei Busse zur Verfügung, die direkt hintereinander fahren. „Wenn der erste Bus voll ist, sollten die Kinder in den zweiten einsteigen. Wir versichern, dass für jedes Kind ein Sitzplatz zur Verfügung steht“, betont er. Auf die anfängliche Verspätung habe die KVS bereits im Herbst mit dem Umstellen von Dienstplänen reagiert.

„Die Kinder kommen zum Schulbeginn an“, versichert er. Zudem achte man darauf, dass die Schüler „schulseitig“ aussteigen, es im direkten Zusammenhang mit der Busbeförderung kein Überqueren von Hauptstraßen gäbe. „Eltern, die Fragen haben, können mich gerne anrufen. Ich bin auch immer wieder vor Ort anzutreffen“, sagt er. Die Umstrukturierung an den Schulstandorten in Schmelz mit Dependance in Limbach betrifft, erklärt Schleimer, ab dem kommenden Schuljahr rund 120 Kinder.