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Bürger spendet für Kleindenkmal

Bürger spendet für Kleindenkmal

Kürzlich trafen sich Richard Wagner vom Historischen Verein Lebach, Steinbildhauermeister Harald Jacob und Malermeister Walter Lesch am sogenannten Napoleonkreuz an der Straße zwischen Lebach und Schmelz, um die Schäden an dem 200 Jahre alten Denkmal zu begutachten.

Unter dem Titel "Das Geheimnis ist gelüftet" erschien in der Saarbrücker Zeitung vom 11. Februar dieses Jahres ein Bericht über ein verwahrlostes Wegekreuz an der Trierer Straße in Lebach. Darin war zu lesen, dass es dem Thalexweiler Malermeister und Restaurator Walter Lesch gelungen war, die Inschrift zu identifizieren. Diese lautet: "1813 Den Gefallenen errichtet".

Das Kreuz wurde also mit ziemlicher Sicherheit von einem bis heute unbekannten Stifter für die in den Napoleonischen Kriegen gefallenen Soldaten aus Lebach errichtet.

Der SZ-Artikel machte zudem auf den unansehnlichen Zustand des steinernen Kleindenkmals aufmerksam. Nach seinem Erscheinen bot ein Lebacher Bürger dem Vorsitzenden des Historischen Vereins Lebach an, die Kosten für eine Sanierung zu übernehmen. Richard Wagner, so der Name des Vereinschefs und Heimatforschers, hatte sich in seinem 2007 im Lebacher Queißer Verlag erschienen Buch "Lebacher Wegekreuze und Bildstöcke" mit den historischen Zeugnissen an den Straßenrändern befasst. Nach dem Spendenangebot traf er sich mit Walter Lesch und mit Harald Jacob, an dem völlig mit Flechten bedeckten Kleindenkmal. Der Grund: Er wollte den Grad der Schäden an dem Sandstein ermitteln lassen. Nach kurzer Überprüfung urteilte Jacob: "Die Grundsubstanz des Kreuzes ist nicht so stark beschädigt, wie es auf den ersten Blick den Anschein hat. Eine Sanierung lohnt sich auf jeden Fall, da es von seiner Form her ein besonders schönes Stück ist". Lesch fügte hinzu: "Der Stein hat gelitten, da er im Laufe der Jahre mit immer neuer Farbe überpinselt wurde. Ich habe fünf Farbschichten festgestellt, die ihm quasi die Luft abgestellt haben."

Jacob erhielt von Wagner den Auftrag, die Kosten für die Restaurierung zu ermitteln. Bei der Zusammenkunft stellte er auch fest, dass die dürren Äste der beiden das Wegekreuz flankierenden Linden und die zahlreichen Wildlinge an den Füßen der Bäume beseitigt werden müssen. Wenn der Kostenvoranschlag vorliege und der Spendenbetrag ausreiche, so Wagner, könne die Restaurierung umgehend beginnen.