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Tennis
Aufschlag gegen Kerbers Manager

Wimbledon-Siegerin Angelique Kerber mit ihrem Manager Aljoscha Thron. Am Wochenende steht Ex-Profi Thron dann selbst auf dem Platz – in Schmelz.
Wimbledon-Siegerin Angelique Kerber mit ihrem Manager Aljoscha Thron. Am Wochenende steht Ex-Profi Thron dann selbst auf dem Platz – in Schmelz. FOTO: imago/Hasenkopf / Juergen Hasenkopf
Schmelz. Die Herren 30 des TFC Schmelz kämpfen um den Aufstieg in die zweithöchste Liga. red/wip

Die Sensation ist perfekt: Die Herren 30 von Oberliga-Neuling TC Schmelz spielen an diesem Samstag gegen den TC Bad Homburg um den Aufstieg in die Regionalliga, die zweithöchste Liga Deutschlands in dieser Altersklasse. Nach dem Aufstieg in die Oberliga im vergangenen Jahr sicherten sich die Spieler um Teamkapitän Simon Bely auf Anhieb den Meistertitel. Zum ersten Mal in der mehr als 60-jährigen Vereinsgeschichte gelang es den Schmelzern damit, einen überregionalen Meistertitel einzufahren. Das Team besiegte unter anderem die Mannschaften aus Mainz und Worms und setzte sich als Neuling souverän mit 12:0 Punkten an die Spitze. David Siersdorfer und Jens Herrmann gelang sogar das Kunststück, in allen Einzel- und Doppelpartien als Sieger vom Platz zu gehen.


Ob das Schmelzer Sommermärchen weitergeht, wird sich am Samstag auf der heimischen Club- anlage zeigen. Ab 13 Uhr trifft die Mannschaft dann im Relegationsspiel auf denTC Bad Homburg, den Meister der Hessenliga. Ein absoluter Tennis-Leckerbissen, auch wenn die Nummer eins der Gäste nicht am Start sein wird: Rainer Schüttler. Die ehemalige Nummer fünf der Tenniswelt schlägt zwar ab und an für seinen Heimatklub auf. Doch weil er in diesem Jahr noch kein Spiel absolviert hat, darf er aufgrund der Regeln auch in der Relegation nicht ran.

Mathias Najfeld, der in Schmelz als Nummer eins spielende Luxemburger, sieht das mit gemischten Gefühlen. „Natürlich wäre es schön gewesen, gegen so jemanden zu spielen. Andererseits erhöht sein Fehlen auch meine Chancen auf einen Punkt.“ Ähnlich sieht es Sportwart Pascal Fichot: „Einerseits sind wir erleichtert, dass Schüttler nicht spielt, weil das ein sicherer Punkt für den Gegner gewesen wäre. Andererseits wäre er auch eine großer Anziehungspunkt gewesen.“ So oder so rechnet Fichot aber mit 200 Zuschauern. Und die bekommen einiges zu sehen. Im Kader der Bad Homburger stehen noch zwei weitere frühere Weltranglistenspieler: Lars Pörschke (Nummer 277) sowie Aljoscha Thron (608), der auch Manager von Wimbledon-Siegerin Angelique Kerber ist.



Für Jörg Scherer, den Vorsitzenden des TC Schmelz, ist das Spiel auf jeden Fall „ein riesiges Geschenk“ für den Club. „Wir genießen unser Heimrecht im ,Spiel des Jahres’ gegen diesen Gegner, der natürlich mit seiner Finanz- und Infrastruktur auf einer ganz anderen Ebene spielt. Der TC Bad Homburg wurde immerhin als erster Tennis-Club auf dem europäischen Kontinent 1876 durch die deutsche Kaiserfamilie gegründet und gilt als einer der erfolgreichsten Tennisvereine Deutschlands.“