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Angelfreunde Schmelz wachen seit 20 Jahren über die Prims

Angelfreunde Schmelz wachen seit 20 Jahren über die Prims

Die Angelfreunde Schmelz betreuen seit 20 Jahren gemeinsam zwölf Kilometer Fließgewässer der Prims zwischen Limbach und der Mündung der Theel vor Körprich. Sie sind ein Zusammenschluss der vier Angelsportvereine Schmelz, Hüttersdorf, Primsweiler und Limbach.

Vor zwei Jahrzehnten begannen die Angelfreunde ihre gemeinsame Arbeit. Seit 1994 wurden Besatzmaßnehmen mit über 45 000 Setzlingen verschiedenster Salmonidenarten wie Bachforelle, Äsche und Bachsaibling und ihrer Futterfische durchgeführt, erklärt Vorsitzender Andreas Trenz. Andere bestandsbedrohte Arten wie Nase und Aal wurden seitdem ebenfalls durch Besatzmaßnahmen gestützt und können wieder im Gewässersystem nachgewiesen werden.

Durch die Fischereigenossenschaft der Gemeinde Schmelz, als Verpächter des Gewässers, und ihrem Vorsitzenden Bürgermeister Emanuel konnte erreicht werden, dass die Pachteinnahmen für die Prims fast komplett wieder in Besatz- und Naturschutzmaßnahmen am Gewässer und ihrer Seitenbäche zurückfließen.

Kleinfische und Insekten

So war es möglich, in den letzten 20 Jahren durch Einnahmen aus Vergabe der Fischereischeine und Geldern der Genossenschaft, einen Betrag von über 54 000 Euro für bestandserhaltene Maßnahmen zu investieren, worauf Trenz und sein Verein besonders stolz sind. Dadurch sei es möglich, dass viele Kleinfischarten im Gewässer vorhanden seien. Auch sei das Insektenleben im und am Wasser durch konsequenten Anschluss der letzten Häuser an moderne Kläranlagen und die dadurch deutlich verbesserte Gewässerqualität weiter gestiegen.

Ein großes Problem für den Fischbesatz stelle der Kormoran im Winterhalbjahr dar. Er falle regelmäßig in die Gewässerabschnitte ein und dezimiere vor allem Äschen- und Bachforellenbestände. Und das trotz vorhandener Schutz bietender Gewässerstrukturen wie Steinverblockungen, versunkener Äste und Baumstämme.

Größenklassen zwischen 15 und 40 Zentimetern der genannten Fischarten seien dadurch nur noch in Kleinstmengen im Gewässer vertreten, sodass das Ziel, einen sich selbst erhaltenden Wildfischbestand, kaum erreicht werden könne, ist sich Trenz sicher.

Aufnahme ins Jagdgesetz

Trenz und seine Angelfreunde sind der Meinung, dass eine Aufnahme des Kormorans ins Jagdgesetz eine sinnvolle Maßnahme sei, um ein Bestandsmanagement dieser Vogelart zu erreichen, die nichts mit Ausrottung zu tun habe, aber eine echte Entlastung der saarländischen Fließgewässer bedeuten würde. Umliegende Länder wie Rheinland-Pfalz, Luxemburg und Frankreich hätten dies erkannt und reagierten bereits entsprechend.

Das Ziel des Vereins, ein sich selbst reproduzierender Wildfischbestand in Menge und Artzusammensetzung, rücke dadurch leider in weite Ferne.