An die Spitze gekegelt

Mit zehn Jahren hat Nadine Brack Kegeln zu ihrem Sport erklärt. Acht Jahre später kehrte die 18-Jährige dieser Tage als Weltmeisterin im Mixed U18 in ihren Heimatort Landsweiler zurück. Ihr Trainer war von Anfang an Tom Jochem, selbst ein erfolgreicher Kegler.

Als kleines Mädchen hat Nadine Brack Kegeln als "ganz schrecklich" empfunden. Immer wieder wurde sie von Mama und Papa, Oma und Opa, Tanten und Onkeln mit auf die Kegelbahn geschleppt. Alle waren und sind begeisterte Kegler . Doch Nadine wollte lieber zu ihrer Patin, die nicht kegelte.

Als sie größer wurde, entdeckte Nadine, dass ihr das Kegeln doch im Blut liegt. Hatte sie doch als Vorbild unter anderem ihre Tante Karin, die Europameisterin war und vordere Plätze bei Weltmeisterschaften belegte. Aber auch ihr Trainer, Tom Jochem, kehrte bei der WM 2006 als Dritter im Mixed U24 zurück. Und jetzt, mit 18, übertrumpfte sie ihn sogar.

Von den fünf WM-Tagen in Langenfeld schwärmt Nadine Brack heute noch. Sie hätten dort eine tolle Stimmung gehabt. Dazu hätten vor allem die Brasilianer beigetragen. Teilweise sei die Verständigung schwierig gewesen, "aber wozu hat man Hände und Füße". Abends seien alle müde gewesen, einige hätten aber selbst dann im Hotel noch gekegelt, einfach zum Spaß. Toll fand Nadine auch, dass bei der WM aus Gegnern Teamkameraden wurden. Übers Jahr kämpfen die deutschen Teams gegeneinander, in der Nationalmannschaft spielten sie nun zusammen.

Vor zwei Jahren wurde Nadine bei einer Sichtung entdeckt. Nach mehreren Ausscheidungsspielen stand fest, dass sie zur Weltmeisterschaft kann. In Langenfeld wurde Brack Zweite im Einzel und Dritte im Sprint. Doch Platz eins im Mixed mit Robin Schrecklinger aus Hüttersdorf (wir berichteten) war natürlich die Krönung. Die beiden trainieren nicht zusammen, ab und an nutzt Nadine aber die Kegelbahn in Hüttersdorf für Wettkampfvorbereitungen. Ihr Heimatverein, der KSC Landsweiler , verfügt über eine Holzbahn, in Hüttersdorf ist die Bahn aus Kunststoff.

Das Kegeln bestimmt neben der Schule den Alltag von Nadine Brack. Sie besucht das Oberstufengymnasium des Berufsbildungs-Zentrums (BBZ) in Lebach. BWL und Englisch sind ihre Lieblingsfächer. Grundschullehrerin will sie einmal werden, doch erst einmal steht das Abitur an. Zudem ist sie in der Jungen Union tätig. Ihre Freizeit nutzt Nadine für Ausgleichssport. Im Moment hat die zierliche junge Frau Probleme mit der Kniescheibe, muss eine Bandage tragen. Kein Wunder: 500 Würfe an einem Wochenende wie bei der Weltmeisterschaft, das geht schon auf die Knochen.