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Leitstelle Älter werden
Älter werden funktioniert auch

Michelbach/Gresaubach. Verantwortliche aus der Kreis- und Kommunalpolitik informierten über die Aspekte von Hilfe und Förderung – diese kann von vielen Seiten kommen. Von Monika Kühn

Es war fast wie eine Werbeveranstaltung. Mit dem Unterschied: Es gab nichts zu kaufen, es gab nur Informationen. Und dieses Informationsangebot des Landkreises Saarlouis, der Leitstelle für Älter werden und des Michelbacher Ortsvorstehers Frank Edlinger wurden von gut 50 Frauen und Männern gerne angenommen. Nicht nur wegen des Kuchens, den die Kfd-Frauen anboten. In gemütlicher Runde zeigten Landrat Patrik Lauer und Christine Ney, Leiterin des Amtes für soziale Dienste und Einrichtungen, Möglichkeiten und Hilfestellungen auf, wie ältere Menschen länger in den eigenen vier Wänden und in vertrauter Umgebung selbstständig leben können.


Seniorenpolitik spiele im Landkreis eine große Rolle, betonte Lauer. Die Behörde biete viele Möglichkeiten. Zum Beispiel gebe es 129 Senioren, die von Ehrenamtlern betreut werden. Ein-, zweimal die Woche werden die älteren Menschen besucht, es wird gemeinsam eingekauft, der Friedhof besucht oder einfach mal ein Eis gegessen. Jährlich 7000 Stunden leisten die Ehrenamtler, die von der Servicestelle Ehrenamt des Kreises betreut werden. Aber auch umgekehrt ist vieles möglich: Ältere Menschen könnten ihre Hilfe anbieten. So nannte Lauer einen pensionierten Handwerkermeister, der sich bereit erklärte, einen Auszubildenden schulisch zu unterstützen. Menschen zum Vorlesen werden gesucht oder zum Nistkästenbauen.

Sicherheit ist ebenfalls ein großes Thema. 39 Sicherheitsberater gibt es im Kreis, die unter anderem beraten, wie das Haus sicher gemacht werden kann. Auch Hilfe zur Pflege leistet der Landkreis. 13 Millionen Euro pro Jahr, Tendenz steigend.



Die Industrie habe die älteren Menschen schon länger für sich entdeckt. Christine Ney präsentierte spezielle Wäscheklammern für Menschen mit Gicht, Seniorentelefone, spezielle Flaschen- oder Glasöffner. Auch wurde fürs Handy geworben und für den Notrufknopf. Es gibt Kühlschränke, die sich selbstständig schließen, Herde, die sich nach einer gewissen Zeit abschalten. Für solche Anschaffungen gibt es auch Zuschüsse, ebenso für seniorengerechtes Wohnen oder für die Badausstattung.

In Saarbrücken gibt es ein Senioreninformationszentrum. Dort könne man sich entsprechende Wohnungen anschauen. Auch verwies Lauer auf die Pflegestützpunkte, die Betreuungsbehörde – und er warb auch für die Tagespflege. 240 Plätze gibt es im Kreis Saarlouis.

Zwei Drittel der 7000 Pflegebedürftigen werden von Angehörigen gepflegt. Auch diese brauchen einmal eine Auszeit. Solche Angebote laufen ebenfalls über den Landkreis. Zuvor hatte Michelbachs Ortsvorsteher noch alle Aktivitäten aufgelistet, die speziell in dem Schmelzer Ortsteil für Senioren angeboten werden. Musikalisch umrahmte Hermann Irsch den Nachmittag.

Auch in Gresaubach fand zusammen mit Ortsvorsteher Fred Metschbergen solch eine Veranstaltung statt. Auch dort wurden die Möglichkeiten und die einzelnen Ämter und Einrichtungen im Bereich der Seniorenarbeit im Kreis umfangreich vorgestellt. Der Singkreis des Seniorenvereins unter Leitung von Raimund Schneider sorgte in Gresaubach für die musikalische Unterhaltung.