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Neubau Saarbrücke der A8 und der B 51 in Saarlouis
Verkehrsminister Scheuer gibt Start frei für 60-Millionen-Projekt

Bundverkehrsminister Andreas Scheuer (Vierter von rechts) gab mit Politikern aus Land und Kommune den Startschuss zum Ersatzbau der Saarbrücke der A 8 und zum Bau des fehlenden Stückes der B 51.
Bundverkehrsminister Andreas Scheuer (Vierter von rechts) gab mit Politikern aus Land und Kommune den Startschuss zum Ersatzbau der Saarbrücke der A 8 und zum Bau des fehlenden Stückes der B 51. FOTO: Rolf Ruppenthal / ROLF RUPPENTHAL
Saarlouis. Die Saarbrücke der A8 wird ersetzt, die Lücke der B 51 neu wird geschlossen: Straßenbau im Doppelpack. Verkehrsminister Andreas Scheuer gab am Donnerstag die Baustelle frei, die fast 60 Millionen Euro verschlingen wird. Scheuer: Das ist eines der bedeutendsten Straßenbau-Projekte in Deutschland. Von Johannes Werres

Der erste Spatenstich für den Neubau der Brücke der Autobahn A 8 über die Saar ist getan. Mit einem lapidaren „Drei-zwei-eins-hopp“ gab Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer am Donnerstag Vormittag im strömenden Regen den offiziellen Start zu den Bauarbeiten im Doppelpack: Bis spätestens Ende 2020 soll der Verkehr über die neue Autobahnbrücke fließen und das letzte Teilstück der Bundesstraße 51 neu unter der Autobahn her führen. Fast  60 Millionen Euro werde die Doppel-Maßnahme kosten, sagte die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger, wobei sie absehbare Preissteigerungen am Bau schon einkalkulierte. Scheuer rechnete 57 Millionen Euro vor, 14 Millionen für dieses letzte Teilstück der B 51, 43 Millionen für die neue Brücke.


 Scheuer und Rehlinger hoben hervor, dass die Baumaßnahmen zum Erhalt der Infrastruktur und zur Verbesserung der Lebensqualität der Anwohner führe. Rehlinger unterstrich, dass die Akzeptanz von Verkehrslärm in der Bevölkerung „zunehmend abnimmt“, was die Politik umso mehr verpflichte, Entlastung zu finden. Scheuer, mit Blick auf das Saarland, registrierte, dass es offenbar doch noch „Unterstützung von Verkehrsprojekten“ gebe. Im  Bundeshaushalt stehe so viel Geld dafür bereit wie noch nie.

Gebaut wird am Autobahndreieck Saarlouis (in Fahrtrichtung Neunkirchen gesehen) so: Zuerst baut der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) links von der jetzigen Brücke einen neuen Brückenteil. Das Baufeld ist bereits abgesteckt. In einer zweiten Phase wird der komplette Verkehr in beiden Richtungen über dieses neue Brückenstück geleitet. Das Bauwerk ist breit genug für vier Spuren. Die Brücke misst insgesamt von Widerlager zu Widerlager 174 Meter.



Die alte Brücke wird gleichzeitig abgerissen. An ihrer Stelle entsteht die zweite Hälfte der neuen Brücke. Die beiden Brückenteile sind jeweils 87 Meter lang. Gleichzeitig wird die Autobahnunterführung für die B 51 neu eingerichtet. Dazu wird der Neubau drei Meter höher sein als die bisherige Brücke.

Die B 51 neu soll 2021 in Angriff genommen und sehr zügig gebaut werden. Sie soll dann die Stadtteile Fraulautern und Roden komplett umfahren. Bislang ist die Strecke an der Saar entlang zwischen Ensdorf und der Gustav-Heinemann-Brücke (vor dem Saarlouiser Bahnhof) fertig. Die Strecke soll um 2,4 Kilometer verlängert werden: weiter entlang der Saar, unter dem neuen Abschnitt der A 8 hindurch und dann zurück zur B 51 auf der Höhe Hafenstraße/Röderberg.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer nannte die Baustelle „eines der intelligentesten Straßenbauprojekte“ und „eines der bedeutendsten Straßenbauprojekte Deutschlands“, weil beide Maßnahmen aufeinander abgestimmt geplant und realisiert würden. Das bedeute Ersparnis an Zeit und Geld, weil die A 8 angehoben und ein teures Trogbauwerk (eine Absenkung mit Pumpe) überflüssig werde.

Werner Nauerz, stellvertretender Direktor des LfS, dankte Land und Bund für die Kooperation. Er appellierte zugleich an die Politik, den Planungsprozess für solche Projekte zu beschleunigen.

Der Tag sei „ein guter Tag für Saarlouis und vor allem für Roden“, sagte Oberbürgermeister Peter Demmer. „Was seit Jahrzehnten gefordert wurde, steht mit diesem Spatenstich vor der Umsetzung.“ Ein „großer Wurf für das Gesamtverkehrskonzept“ der Umgehung von Saarlouis, „weil jetzt eine Lücke geschlossen wird, so dass am Ende die Stadt vom Schwerlastverkehr entlastet werden kann.“ Auf der B 51 fahren laut Rehlinger derzeit noch rund 16 500 Autos am Tag.

Eine weitere Lücke der B51 neu ist der Ostring an der Ortsgrenze von Saarlouis und Ensdorf. Demmer: „Da sind wir auch ein Stück weiter, wir konnten Schwierigkeiten mit Grundstücken ausräumen. Wir haben in Kürze noch einen Termin mit der RAG, da geht es um den Anschluss in das Gelände der RAG. Ich kann keine Prognose abgeben, aber ich denke, in den nächsten zwei, drei Jahren wird auch dieses Projekt anlaufen.“ Der Ostring sorgt dafür, dass Lkw von Saarwellingen her Fraulautern umfahren können. Bleibt das „Bauwerk 99“, die ungeliebte Eisenbahnbrücke, die Fraulautern in zwei Teile zerschneidet.

Die Brücke ist sanierungsbedürftig, der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) will sie ganz neu bauen. Viele in Fraulautern sähen lieber eine alternative Lösung. LfS-Leute werden in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung (ASBU) den Stand der Planungen erläutern, sagte Demmer am Donnerstag. „Eine Woche später ist im Vereinshaus in Fraulautern eine öffentliche Veranstaltung für alle Bürgerinnen und Bürger, bei der der Landesbetrieb das Projekt vorstellen wird.“