Saarwellinger Karate-Kämpfer in Japan auf Jugend-Akademie in Fukuyama

Kostenpflichtiger Inhalt: Eindrücke fürs Leben : Saarwellinger auf einer aufregenden und unvergesslichen Reise

Eine Woche im fernen Japan, mit Gleichaltrigen aus der ganzen Welt: Was drei junge Leute aus dem Kreis Saarlouis alles erlebt haben.

„Ich bin froh, diese Chance bekommen zu haben, es hat sich gelohnt“, sagt Kimberly voller Überzeugung. Zoe pflichtet ihr begeistert bei. Sie findet es toll, Einblicke in die fremde Kultur und Lebensweise bekommen zu haben. Und Eric gefiel alles so gut, dass er sich am liebsten nächstes Jahr wieder nach Japan aufmachen würde, dann mit seiner Familie.

Die drei jungen Leute aus dem Kreis Saarlouis, gerade mal zwölf (Zoe, Eric) beziehungsweise 13 Jahre (Kimberly) jung, haben in den Ferien etwas ganz Besonderes erlebt: Sie waren dabei bei der Internationalen Jugend-Akademie im japanischen Fukuyama. Ausrichter der Bildungsreise waren die Wirtschaftsjunioren Fukuyama, unterstützt von den Wirtschaftsjunioren Deutschland (die SZ berichtete im Vorfeld). Nun sitzen sie mit ihren Eltern in der SZ-Redaktion und erzählen von der außergewöhnlichen Unternehmung.

Die drei trainieren im Verein Shotokan Karate Saarwellingen. Dort wurden sie gefragt, ob sie nicht nach Japan reisen wollten. „Ich dachte, das sei ein Witz“, erinnert sich Zoe, die in Schwarzenholz wohnt und die Gemeinschaftsschule Saarwellingen besucht. War es nicht, die Ausschreibung gab es tatsächlich. Und bald wich die Sprachlosigkeit der Neugierde. Sie füllten Bewerbungsbogen aus, drehten Videos in englischer Sprache zu den UN-Nachhaltigkeitszielen (dem großen Thema der Akademie) und qualifizierten sich.

Mit fünf weiteren Deutschen und, so loben die Eltern „sehr gut von den Organisatoren vorbereitet“, konnten sie sich aufmachen ins Land der aufgehenden Sonne. Als einzige Europäer unter den etwa 150 jungen Teilnehmern. Das Programm sah eine Zweiteilung vor: Zuerst waren die Karate-Kids aus Saarwellingen mit den Jugendlichen aus ganz anderen Teilen der Welt, zum Beispiel aus Thailand, Malaysia oder Kambodscha, gemeinsam im Hotel. Danach ging es drei Tage lang zu Gastfamilien.

„Alles ist anders“, sagt Kimberly. Sie kommt aus Nalbach, geht aufs Lebacher Johannes-Kepler-Gymnasium. Eric und Zoe pflichten ihr energisch bei. Schon das Klima. Als sie aus dem Flieger steigen, ist es, „als ob man keine Luft bekommt“. Die hohe Luftfeuchtigkeit macht ihnen ordentlich zu schaffen, ebenso wie die Zeitumstellung. Sie staunen auch über „handtellergroße Grashüpfer“ und mächtige Fliegen.

Ungewohnt auch: der Linksverkehr. Oder die Gepflogenheit, überall die Schuhe auszuziehen. Und da ist auch die Sache mit der Vier – „eine Unglückszahl im Japan“. Vier Geschenke dürfen es also nicht sein. Auch nicht in einer weißen Verpackung. Ganz wichtig: „Immer was mit beiden Händen übergeben.“ Nicht nur Eric, der aus Saarlouis stammt und dort das Stadtgarten-Gymnasium besucht, begeistert die Höflichkeit der Japaner.

Beim ersten Teil der Tour geht es unter anderem in gemischten Gruppen in Workshops um die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (UN). Die Sprache ist Englisch. Und die drei stellen fest: „Unser Englisch war am besten.“ Wenn die jungen Leute sich nicht verstehen, hilft schnell das Übersetzungsprogramm auf dem Handy. Für die Vorstellungsrunde lernen die drei sogar einige Sätze Japanisch.

Beim „Global Village Abend“ zum Abschluss der Workshops sollen die Teilnehmer etwas Landestypisches anziehen und präsentieren. Die Deutschen punkten: „Beim Fliegerlied und der Polonäse haben die Japaner begeistert mitgemacht“, erinnert sich Zoe. Eric trumpft mit einer Lederhose auf: „Jeder wollte mit uns ein Foto machen.“ Essen und Trinken: Das ist derweil ein Riesenthema. Die drei staunen über das deftige Frühstück, die leckeren Gummibärchen, hoch aufgetürmte Eisberge – und drüber, dass schier überall Cola-Getränkeautomaten stehen. Die Gastgeberfamilien wundern sich über Kekse in Tierform und Esspapier aus Deutschland.

Hatten die jungen Leute nicht Respekt davor, bei fremden Leuten zu wohnen, weit weg von Zuhause? „Klar, sogar sehr“, gibt Kimberly zu. Aber die Furcht verfliegt schnell, Heimweh kommt nicht auf. Alle drei haben „sehr nette Familien“, merken: Sie sind etwas ganz Besonderes. „Da kamen ganz viele Leute und Verwandte, die mich sehen wollten“, berichtet Kimberly grinsend. Wieder ein zustimmendes Nicken der anderen beiden.

Mit einem Riesenstapel Visitenkarten ging es auf den Heimweg. Dass sie weiter Kontakt mit ihren Gastfamilien haben, glauben sie eher nicht, die Kommunikation sei schwierig. Was aber bleibt, sind ungezählte Bilder, Videos, Souvenirs und vor allem die Eindrücke: „Das war aufregend und unvergesslich.“

Weitere Bilder: www. saarbruecker-zeitung.de

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