Zu Hause und doch wie im Urlaub

Saarwellingen. "Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum!" Der Satz an der Flurwand fällt ins Auge, wenn man das Haus von Marion und Michael Gerstner (beide 42 Jahre alt) betritt. "Das ist unser Motto. Wir haben uns diesen Traum erfüllt", sagt Marion Gerstner

Saarwellingen. "Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum!" Der Satz an der Flurwand fällt ins Auge, wenn man das Haus von Marion und Michael Gerstner (beide 42 Jahre alt) betritt. "Das ist unser Motto. Wir haben uns diesen Traum erfüllt", sagt Marion Gerstner. "Wir waren die Vierten, die auf dem Campus Nobel eingezogen sind", berichtet Michael Gerstner.Im Juli 2007 ist das Ehepaar mit seinen beiden Söhnen in ihr Traumhaus auf dem Gelände der früheren Dynamitfabrik eingezogen. Tim (19), der Ältere, wohnt inzwischen in einer eigenen Wohnung. Dustin (17) wohnt noch bei den Eltern. Der wuselige Robin, ein Yorkshire-Terrier, komplettiert die Hausgemeinschaft.Dustin hat es nicht weit zu seiner Ausbildungsstätte bei Ford, wo sein Vater als Meister arbeitet. "Genau 2,7 Kilometer, fünf Minuten mit dem Auto. Ich bin auch schon mit dem Fahrrad gefahren", sagt Michael Gerstner. Seine Frau hat es noch näher zur Arbeitsstätte im Gewerbegebiet John. "Wir sind hier daheim und trotzdem immer noch wie im Urlaub", sagt sie. Der Blick auf den See im Campus Nobel ist zwar nicht mehr frei wie am Anfang. Weitere Häuser wurden gebaut, über 30 inzwischen. Doch der Charakter des Wohngebietes am See mit seinen Backsteinbauten aus Fabrikzeiten und dem Wald prägt das Wohngefühl. Wie ein Wächter, der auf die Zugezogenen aufpasst, ragt in der Nähe der alte Wasserturm auf. Gerstners haben ihn lieb gewonnen wie das Froschquaken an Sommerabenden. "Von 1988 bis 2007 haben wir im Dorf gewohnt", sagt Gerstner, und meint damit den Ortsteil Saarwellingen im Unterschied zum Ortsteil Wald. Bekannte und Verwandte, die damals skeptisch waren, sagen jetzt: "Wie schön habt ihr es hier." Und mit der Nachbarschaft kommen Gerstners bestens klar. "Hier wohnen Leute aus Saarwellingen und von anderswo, auch aus Norddeutschland. Selbstständige, Angestellte, Arbeiter", erklärt Marion Gerstner. "Verschiedene Altersschichten sind vertreten. Es spielen auch Kinder auf der Straße."Gerstners empfinden die "Typenvielfalt" der Häuser ebenfalls als belebend. Gemeinsam haben alle Häuser die roten Ziegeldächer und ein Element aus alten Backsteinen. Michael Gerstner hat daraus ein ansehnliches Entree, an dem der Briefkasten hängt, gemauert.Die Familie vermisst nichts. Die Buben haben schon immer in Reisbach Fußball gespielt. Zum Einkaufen fuhr man auch früher schon mit dem Auto. Marion und Michael hätten gerne wieder ein Campusfest im Sommer. Bis dahin feiern sie im eigenen Garten; da kriegen die Nachbarn über den Zaun auch schon mal ein Stück Pizza aus dem Ofen ab.