Was die Nalbacher sich wünschen

Die Bürger aus der Gemeinde Nalbach sind am Sonntag erneut aufgefordert, an die Wahlurne zu schreiten. Wer wird nun neuer Bürgermeister, Sozialdemokrat Hans Conrad oder Einzelbewerber Peter Lehnert ? Die Saarbrücker Zeitung hörte sich im Vorfeld der Stichwahl in der Gemeinde um, wo der Schuh drückt und was die Bürger von ihrem neuen Verwaltungschef erwarten.

Nalbach. "Es wird zu viel Geld ausgegeben", meint Sandra Weiß aus Nalbach. Und mit dieser Meinung steht sie nicht alleine . Es seien zu viele Projekte auf einmal begonnen worden. "Eigentlich hätte man mehr nach dem vorhandenen Budget arbeiten müssen", glaubt Werner Krein. Wenngleich es kein leichtes Unterfangen sei, wünscht er sich vom neuen Bürgermeister, sparsamer zu sein. Die Gemeindeverwaltung müsse die Ausgaben senken und weniger in Großprojekte investieren, erklärte ein Piesbacher Bürger. "Es gibt zu viele Prestigeobjekte und zu wenige Spielplätze", erklärt Sarah Schmidt. Und das Thema Spielplätze brennt offensichtlich vielen Familien mit Kindern unter den Nägeln. "Würde es in Nalbach mehr Spielplätze geben, müsste ich nicht mit meinen Kindern nach Dillingen", sagt Agnes Fröhlich aus Nalbach. "Der neue Bürgermeister sollte Nalbach kinderfreundlicher machen", erklärt Michaela Folz. Sie kritisiert ebenfalls den Mangel an Spielplätzen. Und ähnlich wie Agnes Fröhlich erklärt auch sie, dass sie mit ihren Kindern nach Saarwellingen oder Dillingen auf Spielplätze fährt.Sandra Weiß hofft, dass der neue Bürgermeister verhindert, dass noch mehr Geschäfte aus dem Ort verschwinden. "Es gibt jetzt schon viel zu wenig Einkaufsmöglichkeiten", sagt sie. Mehr für die Geschäftsleute in der Gemeinde tun - darin sieht Stephanie Mahr eine Aufgabe für den Bürgermeister. Sie hat ein Blumengeschäft in Nalbach und würde sich wünschen, dass es mehr Angebote, wie den Peter- und Paul-Markt gebe. Auch fühlt sie sich zu wenig informiert, was die Baustelle in der Fußbachstraße betrifft. Schließlich liegt ihr Geschäft gleich gegenüber dem neuen Rathaus. "Ich habe große Einbußen und bekomme keine Auskunft, wann die Baumaßnahmen endlich beendet sind", sagt sie.

Ein Drittes, was Mahr anspricht, ist das Thema Jugend. "Hier in Nalbach gibt es keine Möglichkeiten, wo die Jugend hin kann, kein Wunder, dass sie immer auf dem Marktplatz rumlungert", sagt sie. Florini Bjetra ist Jugendlicher der Gemeinde und unterstreicht Mahrs Aussage. "Wir wollten ein neues Jugendzentrum, aber das wurde abgelehnt", sagt er. Der junge Mann hofft, dass sich die Situation für die Jugend verbessert. Allerdings gesteht er dem ehemaligen Bürgermeister Patrik Lauer ein, einen guten Job gemacht zu haben. "Daran sollte der neue Bürgermeister anknüpfen." Und auch von Armin Müller aus Piesbach gibt es Lob: "Der neue sollte genau so weiter machen wie der alte." Fotos: Heike Theobald