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Vorausschau 2020 der Gemeinde Saarwellingen mit Bürgermeister Manfred Schwinn

Kostenpflichtiger Inhalt: Vorausschau : Saarwellinger Schüler brauchen mehr Platz

Die neue Festhalle, mehr Platz in Kitas und Schulen, die Rastplatz-Diskussion und mehr: Was die Saarwellinger in diesem Jahr beschäftigen wird.

Dass 2020 für die Gemeinde Saarwellingen ein „spannendes“ Jahr werde, das hatte Bürgermeister Manfred Schwinn schon in seiner Neujahrsansprache angekündigt – und danach auf den geplanten Neubau der Festhalle verwiesen. Das Thema beschäftigt die Saarwellinger schon seit Jahren, ist doch die bisherige Halle, wie er es formuliert, „nicht mehr zeitgemäß“.

Zum aktuellen Stand des „Riesenprojektes“ sagt er: „Wir warten auf die Entscheidung der Vergabekammer“. Das erzählt er beim Gespräch mit der SZ, in dem es um die Vorausschau auf das Jahr geht. Eine Jury hatte sich im August in einem Ideenfindungswettbewerb für ein Architekturbüro zur Planung der neuen Halle entschieden, ein unterlegenes Büro hat dies jedoch angefochten.

Der Saarwellinger Bürgermeister Manfred Schwinn. Foto: Ulrike Paulmann

Man wolle schnell einsteigen und den Neubau realisieren, betont der Bürgermeister, es hänge jedoch auch viel von der Unterstützung des Landes ab. Ganz grob neun bis zehn Millionen Euro seien veranschlagt, bei einer Bauzeit von etwa drei Jahren insgesamt. Wichtig ist für ihn eine „ehrliche Planung“: „Ich reiße die alte Halle nicht ab, bevor nicht die Finanzierung der neuen gesichert ist.“ Als Alternative für die rund 15 Großveranstaltungen jährlich böten sich die Lohwieshalle in Reisbach und die Schulze-Kathrin-Halle in Schwarzenholz an. Schwinn hofft, dass 2020 die Planungen abgeschlossen werden können. Und dann? Eine Abrissparty an Aschermittwoch 2021 wäre zeitlich ideal, sagt er augenzwinkernd.

Manche 2019er-Themen – die SZ berichtete – ziehen sich weiter: Der geplante Windpark zum Beispiel, der erst abgelehnt und dann im Herbst doch vom Rat beschlossen wurde („ich bin froh, dass so entschieden wurde“). Laut Schwinn sind die Pachtverträge mit Enovos unterschrieben; die Firma sei im Genehmigungsverfahren. Was dieses Jahr realisiert werden könne, hänge vom Verfahren und auch von der deutschen Energiepolitik ab.

Was die nicht unumstrittene 5. Änderung des Bebauungsplanes Industriepark John angeht, sagt er: „Von unserer Seite ist es abgeschlossen.“ Ein Teil der Fläche sei verkauft. Für den übrigen Teil gebe es zwei Interessenten, darüber entscheide noch der Gemeinderat. „Eine Firma rodet bereits“, teilt  Schwinn mit.

„Wir haben gottseidank das Problem, dass die Schulen aus den Nähten platzen“, leitet er zum nächsten großen Punkt für 2020 ein: Die Bevölkerungszahl bleibt zwar in etwa gleich, aber es gibt immer mehr Kinder in Saarwellingen. „Die Nachfrage ist groß, wir haben eine gute Lage und eine gute Infrastruktur“, begründet Schwinn die Attraktivität seiner „relativ gesunden“ Gemeinde, besonders für Familien. Er verweist auch auf das Angebot an Arbeitsplätzen, auf Kindergärten und Schulen, auf das Freizeitangebot mit Schwimmbad und die „gute Vereinsgemeinschaft“ mit rund 130 Vereinen.

Loslegen will man nun mit dem Erweiterungsbau der Astrid-Lindgren-Schule Reisbach und der Neugestaltung des Schulhofes. Außerdem soll es einen zweiten Erweiterungsbau an der Gutbergschule Saarwellingen geben, dort werden zusätzliche Klassenräume benötigt. „Ich wäre froh, wenn in diesem Jahr die Bauarbeiten starten könnten“, sagt Schwinn.

Dazu kommt ein „ganz großes Projekt“: der Neubau des Kindergartens in Schwarzenholz befindet sich dem Bürgermeister zufolge in Planung. Krippe und Kindergarten mit insgesamt sieben Gruppen sollen entstehen, für etwa 140 Kinder. Zu den weiteren Vorhaben für die nahe Zukunft zählt er unter anderem das Feuerwehr-Gerätehaus Reisbach. Ob Sanierung oder Neubau, klar ist für ihn: „Das steht dringend an.“ Die Leerstände im Ortskern, die sich 2019 auftaten – gleich mehrere Läden mussten schließen –, werden die Gemeinde beschäftigen, sagt der Bürgermeister. Er weist in diesem Zusammenhang auf das Zentrumsbüro, einen Leestandskataster und spezielle Förderung seitens der Gemeinde hin.

Derweil geht das neue Versorgungszentrum Breitwies in die Zielgerade. Kürzlich habe die Arztpraxis dort eröffnet, erzählt Schwinn, im Sommer will an der Stelle des früheren Edeka-Marktes ein Drogeriemarkt mit dem Verkauf starten.

Der geplante Lkw-Rastplatz an der A8 wird weiter für Gesprächsstoff sorgen. Man warte noch auf die neue Planung seitens der Verantwortlichen, sagt Schwinn: Wie er im Sommer erfahren hatte, soll der Parkplatz größer werden als zuerst angedacht. Sobald die neue Planung vorliegt, soll es eine öffentliche Infoveranstaltung mit den Beteiligten geben, „wir hoffen, die bis Mai zu terminieren“.

Mehr Grundschüler: An der Gutbergschule in Saarwellingen soll ein neuer Erweiterungsbau entstehen. Foto: Ulrike Paulmann

Demnächst gibt’s ein Treffen mit der Initiative gegen den Rastplatz. Deren Meinung, das Ganze sei zu dicht an der Wohnbebauung, teile  man seitens der Verwaltung, sagt Schwinn, der gespannt ist, „was in Sachen Lärmschutz geplant ist“. Die Unterschriftenliste der Initiative liegt auch im Rathaus aus, sagt er und verspricht: „Wir helfen, wo wir können.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Gutbergschule in Saarwellingen