1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Saarwellingen

Umblättern gehört zum Lesevergnügen"Die gute alte Buchhandlung"

Umblättern gehört zum Lesevergnügen"Die gute alte Buchhandlung"

Saarlouis. Joachim Brandt (51) aus Altforweiler lässt den Fernseher oft bewusst ausgeschaltet und greift nach einem Buch, "weil man dadurch geistig nicht einrostet, aber dennoch ist es sehr entspannend" findet er

Saarlouis.Joachim Brandt (51) aus Altforweiler lässt den Fernseher oft bewusst ausgeschaltet und greift nach einem Buch, "weil man dadurch geistig nicht einrostet, aber dennoch ist es sehr entspannend" findet er.Am Welttag des Buches nach seinen Lesegewohnheiten gefragt, antwortet er: Besonders Romane möge er In den letzten Jahren haben ihn vor allem zwei Romane des spanischen Schriftstellers Carlos Ruiz Zafón begeistert, "Der Schatten des Windes" und "Das Spiel des Engels". Von elektronischen Büchern hält Brandt, wie die meisten der Befragten, wenig: "Ich möchte das Buch fühlen, umblättern, zurückblättern, ich glaube nicht, dass E-Books etwas für mich sind."

Ähnlich sieht das Tanja Theobald (36) aus Wallerfangen: "Ich lese viel Fachliteratur. E-Books, also elektronische Bücher, mag ich nicht so sehr, weil ich mir oft Anmerkungen in den Text schreibe oder unterstreiche. Da ist ein richtiges Buch praktischer." Neben Sachbüchern liest sie in ihrer Freizeit auch gerne Romane und Krimis, ihre Empfehlung: Die Eifelkrimis von Jaques Berndorf.

Peter Ewen (56) aus Saarwellingen liest bevorzugt abends oder am Wochenende. Auch er erlebt das Lesen als wohltuende Alternative zum Fernsehen. "Wenn ich gerade ein Buch lese, brauche ich kein Fernsehen, das kommt oft vor", sagt Ewen. Von E-Books ist auch er nicht angetan: "Ich habe es am PC ausprobiert und bin nicht überzeugt. Ich mag es, ein Buch in Händen zu halten, und auch das Schriftbild gefällt mir besser bei gedruckten Büchern." Sein Literaturtipp: "Mordsviecher" von Nicola Förg.

Auch Sven Längler (24) aus Saarlouis bleibt lieber beim Papier: "Ich habe keinen E-Book-Reader und brauche auch keinen." Er liest am liebsten Romane, "wenn mir ein Buch auffällt, das mich interessieren könnte, lese ich es meist abends zur Entspannung". Besonders gut haben Längler in den letzten Jahren die Romane von Dan Brown gefallen, sein Tipp lautet "Diabolus".

Schließlich fand sich aber doch noch ein Ehepaar, das sich für die elektronische Buchform begeisterte. Ulrich (72) und Gisela (70) Pennekamp aus Saarbrücken nutzen ihre E-Book-Reader ständig, vor allem auf Ausflügen oder Reisen. "Die sind doch sehr praktisch", sagt Gisela Pennekamp, "sie nehmen nicht viel Platz weg und wiegen nichts." "Außerdem hat man immer, wenn man möchte, seine mobile Bibliothek bei sich", ergänzt Ulrich Pennekamp. Neben Romanen und Krimis lesen die beiden auch gerne Biografien und Geschichtswerke.

Ihr Tipp verbindet all das: "Berlin 1961" von Frederick Kempe.Kreis Saarlouis. Im Jahre 1995 hat die Unesco den "Tag des Buches und des Urheberrechts" ins Leben gerufen. Vorbild ist eine katalanische Tradition, am Namenstag des Heiligen Sankt Georg, dem 23. April, Bücher und Rosen zu verschenken. Auch gestern gibt es wieder zahlreiche Aktionen, an denen sich auch Buchhandlungen aus dem Kreis Saarlouis beteiligen.

Die Lebacher Buchhandlung Queißer bietet seit letzter Woche Führungen für Schulklassen an. Dabei erfahren die Kinder, welche Vorteile Bücher gegenüber elektronischen Medien besitzen, wie Bücher "funktionieren" und wie man das Buch findet, das man sucht. "Praktisch eine Vorstellung der guten alten Buchhandlung 1.0", witzelt Manfred Queißer. Jedes Kind erhält ein Exemplar des Welttags-Buchs "Ich schenk dir eine Geschichte". Außerdem nimmt die Buchhandlung an der Aktion "Lesefreunde" teil, bei der zum Tag des Buches deutschlandweit rund eine Million Bücher verschenkt werden.

Auch die Bücherecke Fell in Nalbach begleitet die Aktion seit 18 Jahren. "In diesem Jahr besuchen wir die fünften Klassen der Litermontschule und am Mittwoch die vierten Klassen der Grundschule," sagt Margarete Fell. Jedes Kind erhält das Welttags-Buch, das in der Grundschule auch vorgelesen wird. Außerdem gibt es kleine Geschenke für Kinder, die die Bücherecke besuchen.

Die "Dillinger Buchhandlung" veranstaltete eine Schnitzeljagt, bei der Kinder Fragen zu Büchern beantworten sollen, die sie in der Buchhandlung finden und dafür Preise gewinnen. "Man muss die Kinder für das Lesen begeistern, das ist durchaus möglich," findet Inhaberin Christine Hoen. "Lesen ist eine Schlüsselfähigkeit, auf der alles andere aufbaut." tsch