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Leser-Reporter
Totes Wildschwein erregt die Gemüter

Saarwellingen. SZ-Leserreporterin Careen Toplugedik aus Saarwellingen ärgert es, dass ein Tierkadaver nicht beseitigt wurde. Von Carolin Merkel

„Einerseits wird derzeit so viel Lärm wegen der Schweinepest gemacht, auf der anderen Seite fühlt sich dann an einem Freitagnachmittag keiner für das tote Tier am Straßenrand verantwortlich“, empört sich Careen Toplugedik aus Saarwellingen. Schon mehrfach, erzählt die Leser-Reporterin, habe sie kleinere Tierkadaver selbst von der Straße geräumt, immer wieder auch bei der Polizei und der Straßenmeisterei in Dillingen angerufen. Bis jetzt, betont sie, wurde ihr immer geholfen, die Tiere seien markiert und dann auch entfernt worden.


Dass aber ausgerechnet ein verendetes Wildschwein ganz in der Nähe zum Ortseingang Saarwellingen nun schon seit Tagen dort liegt, macht sie wütend. Viele Spaziergänger seien dort unterwegs, die Ausfahrt der Autobahn sei zu Hauptverkehrszeiten gut frequentiert, so dass man als Autofahrer das Tier sehr lange sehen würde. Durch ihren Einsatz in den vergangenen Jahren und zahlreiche Telefonate, erläutert die Leser-Reporterin, weiß sie, dass für die Autobahnausfahrten nicht die Gemeinde, sondern die Straßenmeisterei zuständig ist. „Doch dort erhielt ich am Freitagmittag eine sehr unfreundliche Antwort. Es sei niemand vor Ort, der das Tier entsorgen könne“, erzählt sie. Besonders schlimm fand Toplugedik dies, da zum Wochenende sommerliche Temperaturen bis zu 25 Grad erwartet wurden. „Ich würde gerne wissen, an wen man sich in einem solchen Fall wenden kann. Außerdem interessiert es mich, wie das mit der Gefahr der Schweinepest aussieht, da das Tier nur wenige hundert Meter vom Haus am Wald der Lebenshilfe entfernt liegt.“

Klaus Kosok, Pressesprecher des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS), erklärt: Für die Beseitigung von Tieren, die an oder auf saarländischen Straßen (Autobahnen, Bundes- und Landstraßen) verenden, ist der LfS verantwortlich. Meldungen von Verkehrsteilnehmern nehmen die Straßen- und Autobahnmeistereien oder der LfS unter der zentralen Rufnummer entgegen. Die LfS-Zentrale in Neunkirchen ist außerhalb der Dienstzeiten auf die rund um die Uhr besetzte Verkehrszentrale umgeleitet. Dort werden die erforderlichen Schritte eingeleitet.



Tote Tiere werden von den Mitarbeitern gesichert und markiert, an den Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetrieb der Stadt Saarbrücken (ZKE) als Dienstleister für den LfS gemeldet und von diesem entsorgt. Das Einsammeln erfolgt im Frühjahr und im Sommer nach Bedarf jeweils an drei Wochentagen (Montag, Mittwoch, Freitag), in Herbst und Winter an zwei Tagen (Dienstag, Freitag), bei extremen Wetterlagen im Sommer auch in kürzeren Intervallen.

Konkreter Verhaltenshinweise an die Öffentlichkeit bei Totfunden in Bezug auf die Schweinepestproblematik bedürfe es zurzeit nicht. „Bezüglich der ASP ist Wachsamkeit, aber keine Hysterie angesagt, zumal die Krankheit nicht auf den Menschen übertragbar ist“, erklärt Johannes Schorr, Geschäftsführer der Vereinigung der Jäger des Saarlandes. „Bei Schwarzwild, das von Jägern verendet im Wald gefunden wird, entnehmen die Jäger Proben und senden sie nach Saarbrücken zur Untersuchung auf ASP. Dies ist in den letzten Wochen mehrfach passiert. Bisher waren alle Ergebnisse ASP-negativ“, sagt er.

Der Einzelfall am vergangenen Freitag, betont Kosok, lässt sich durch die Uhrzeit erklären. Die Meisterei Dillingen sei zu dieser Zeit im Frühjahr/Sommer nicht mehr besetzt und stelle das Telefon auf die Verkehrszentrale Rohrbach um. „Der Mitarbeiter hat die Anruferin wissen lassen, dass das Problem bekannt sei, und dass wir für eine zeitnahe Entsorgung des toten Tieres sorgen werden.“ Wenn es aus Gründen der Verkehrssicherheit notwendig ist, rufe die Zentrale in Eilfällen die Bereitschaft in den Dienst. Ansonsten gehe die Meldung des Tierfundes elektronisch oder per Fax an die Meisterei, die am Montagmorgen kurzfristig das Tier im vereinbarten Zyklus beseitigen lässt.