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Sie gestalten einen Ortsplan extra für Kinder Kinder wollen Übersichtlichkeit

Sie gestalten einen Ortsplan extra für Kinder Kinder wollen Übersichtlichkeit

Saarwellingen. Mit einem kindgerechten Ortsplan will die Gemeinde Saarwellingen ihren ganz jungen Einwohnern einen Wegweiser hin zu ihren Lieblingsplätzen schaffen (wir berichteten). Die Arbeitsgruppe "Familienfreundlichkeit" arbeitet derzeit an dem Kinderortsplan

Saarwellingen. Mit einem kindgerechten Ortsplan will die Gemeinde Saarwellingen ihren ganz jungen Einwohnern einen Wegweiser hin zu ihren Lieblingsplätzen schaffen (wir berichteten). Die Arbeitsgruppe "Familienfreundlichkeit" arbeitet derzeit an dem Kinderortsplan. Es sind acht Erwachsene, die alle mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, das berichtet Christine Weisgerber vom Amt für Jugend, Senioren und Soziales auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung. Basis des Plans sind aber die Ideen der Kinder, die hauptsächlich zwischen sechs und zwölf Jahren alt sind. "Sie arbeiten in den Nachmittagsbetreuungen ihrer Schulen an diesem Plan", sagt Weisgerber.

Beteiligt sind neben der Gemeindeverwaltung erwachsene Vertreter und Kinder folgender Einrichtungen: der Freiwilligen Ganztagsschule Saarwellingen, der Freiwilligen Ganztagsschule Reisbach, der Offenen Ganztagsschule Saarwellingen, der Eltern-Kind-Gruppen Saarwellingen, der Spielkreise Reisbach und des Kindergartens Reisbach.

Gut 350 Kinder sind nach Weisgerbers Schätzung über die Nachmittagsbetreuungen der genannten Schulen und Gruppen in das Projekt Kinderortsplan eingebunden.

Im kommenden Frühjahr soll der Plan fertig und gedruckt sein, danach soll es auch einen virtuellen Ortsführer auf der Internetseite der Gemeinde geben.

Weitere Infos bei der Gemeinde Saarwellingen im Amt für Jugend, Senioren und Soziales unter der Telefonnummer (06838) 9 00 71 55

saarwellingen.de

Welche Ziele haben die Kinder zum Beispiel für ihren Ortsplan ausgewählt?

Christine Weisgerber: Sie wollen darin Spielplätze finden, das Schwimmbad, Schulen, Kindergärten und auch große Gebäude wie das Rathaus, die Feuerwehr, das THW und das DRK. Und dann wollen sie noch, was ich sehr toll finde, Plätze in der Natur eingetragen haben: Flüsse, Seen, Wald und das Wildfreigehege zum Beispiel.

Es gab ja einen Mal-Wettbewerb, um das Titelbild zu gestalten. Haben viele Kinder Bilder geschickt?

Weisgerber: Ja, es sind viele Bilder eingegangen. Wir hatten auch dazu aufgerufen, den Schriftzug "Kinderortsplan" zu gestalten. Wir wollen da eine Kinderschrift einsetzen.

Was zeigen die Bilder denn so?

Weisgerber: Die Kinder haben Spielplätze gemalt, die klassischen Ort wie das Rathaus und die Kirche. Auf einem Bild ist der Saarwellinger Brunnen. Es gibt auch Tiere, zum Beispiel die Pferde auf der Reitanlage und im Wildfreigehege. Freizeitplätze sind auch drauf.

Welche besonderen Wünsche haben die Kinder an den Plan?

Weisgerber: Mit sehr großen Plänen kommen sie nicht zurecht, das zeigte sich, als wir uns Kinderortspläne anderer Kommunen angeschaut hatten. Wir haben uns jetzt auf einen geeinigt, den man auf DIN-A1-Größe auseinanderfalten kann. Den müssen wir beidseitig bedrucken, vorne wird Saarwellingen drauf sein, hinten Reisbach und Schwarzenholz. Die Kinder wollen einen übersichtlichen Plan, auf dem sie alles auf einen Blick finden. Sie wünschen sich klare Zeichen und Farben. Sie wollen auch Zebrastreifen, Ampeln und Bushaltestellen im Plan erkennen. Also einerseits geht es in die Richtung Verkehrstechnik, andererseits in die Richtung Lieblingsplätze wie Sportplätze, also Freizeitplätze.

Meinung

Kinder-Ideen sind gute Basis

Von SZ-Redakteurin

Michaela Heinze

Natürlich ist dieses Saarwellinger Projekt "Kinderortsplan" kein neues, manche andere Gemeinde hat auch einen solchen Plan. Aber das schmälert nicht die Bedeutung: Hier wird etwas Tolles für Kinder gemacht, und sie sind auch noch eingebunden. Das hat mindestens drei positive Effekte: Erstens erfahren sie, wie viel Arbeit dahinter steckt. Zweitens ist die Chance groß, dass sie den Plan nutzen: Denn Kinder finden darin, was sie finden wollen. Drittens trägt er dazu bei, dass sie den Heimatort erkunden. Das bringt sie letztlich an die frische Luft. Von der haben sie wohl mehr als oft gedacht, wünschen sie sich doch, viele Ziele in der Natur zu finden. Das ist schön!