Schüler planen ihre Zukunft

Saarwellingen. Gianluca Lauria (18) aus Saarwellingen hat als Erster im Saarland den Starterpass - ein Zertifikat über eine qualifizierte Berufswahlorientierung - erhalten. Es ist eine Aktion von Industrie- und Handelskammer (IHK) und Handwerkskammer (HWK) sowie der Bundesagentur für Arbeit im Verbund mit Alwis (Arbeitsleben, Wirtschaft und Schule)

Saarwellingen. Gianluca Lauria (18) aus Saarwellingen hat als Erster im Saarland den Starterpass - ein Zertifikat über eine qualifizierte Berufswahlorientierung - erhalten. Es ist eine Aktion von Industrie- und Handelskammer (IHK) und Handwerkskammer (HWK) sowie der Bundesagentur für Arbeit im Verbund mit Alwis (Arbeitsleben, Wirtschaft und Schule). Schüler, die einen solchen Pass erhalten, haben sich intensiv mit ihrer Berufswahl auseinander gesetzt. Eine Möglichkeit, die richtige Berufswahl zu treffen, bietet jetzt die Erweiterte Realschule in Saarwellingen durch eine Kooperationsvereinbarung mit dem Unternehmen Anterist und Schneider, eine Lernpartnerschaft, die Alwis auf den Weg brachte. "Schule ist wie eine Treppe, die den Schüler aufwärts führen soll, an deren Geländer er sich festhalten kann. Die Kooperation, die wir heute eingehen, soll ein zusätzlicher Halt auf dem Weg nach oben sein", erklärte Schulleiter Otmar Woll. Eine Partnerschaft, wie die der Schule mit dem in Saarwellingen ansässigen Unternehmen Anterist und Schneider, soll Schüler den Übergang in die Arbeitswelt erleichtern. Alwis, als Initiator, möchte mit dieser Aktion Schule und Wirtschaft enger verbinden und jungen Menschen die Gelegenheit bieten, nach ihren Potenzialen zu suchen. "Je früher die Vorbereitungen, umso leichter ist es, sich mit der Praxis auseinander zu setzen", sagte Alwis-Geschäftsführerin Sabine Lauer. Auf die Zusammenarbeit mit der Schule freut sich Peter Maas, Sprecher der Geschäftsführung von Anterist und Schneider. Das Unternehmen gehört der Schenker-Gruppe an, die in ihrem Verbund eine Aktion startete, bei der 1000 Schüler mit Hauptschulabschluss die Chance einer Ausbildung bekommen. Anterist und Schneider stockt dieses Jahr seine Zahl an Auszubildenden von 47 auf 70 auf, schafft 23 neue Lehrstellen in verschiedenen Berufen. Damit möchte das saarländische Unternehmen "auch in schwierigen Zeiten ein Signal setzen". Gianluca Lauria hat sich übrigens bei Anterist und Schneider als Auszubildender im Bereich Fachkraft für Lagerlogistik beworben. Dieser Beruf gehörte mit zu den Favoriten, für die er sich entschieden hat. Der 18-Jährige musste für den Erhalt des Starterpasses einige Kriterien erfüllen. Freiwillig leistete er 202 Praktikumsstunden in verschiedenen Betrieben oder bei einem Teilzeitkurses der Volkshochschule. Der Jugendliche musste an einem qualifizierten Beratungsgespräch bei der Bundesagentur für Arbeit teilnehmen, sammelte Informationen über seine Wunschberufe, arbeitete bei verschiedenen Projekten und in Arbeitsgemeinschaften mit. Der Starter-Pass ist quasi eine Bescheinigung, die Schülern hilft, ihre Potenziale zu erforschen und die den Unternehmen zeigt, wer sich mit seiner Zukunft aktiv auseinander gesetzt hat. "Schule ist wie eine Treppe, die den Schüler aufwärts führen soll, an deren Geländer er sich festhalten kann."Schulleiter Otmar Woll der ERS SaarwellingenMeinung

Früher Praxistest schadet nicht

 Gianluca Lauria erhielt als Erster im Saarland den Starterpass als Nachweis seiner guten Berufsorientierung. Fotos: Theobald
Gianluca Lauria erhielt als Erster im Saarland den Starterpass als Nachweis seiner guten Berufsorientierung. Fotos: Theobald
 Der Schulleiter Otmar Woll (links), der Sprecher der Geschäftsführung von Anterist und Schneider, Peter Maas, und Alwis-Geschäftsführerin Sabine Lauer unterzeichneten die Vereinbarung.
Der Schulleiter Otmar Woll (links), der Sprecher der Geschäftsführung von Anterist und Schneider, Peter Maas, und Alwis-Geschäftsführerin Sabine Lauer unterzeichneten die Vereinbarung.
 Gianluca Lauria erhielt als Erster im Saarland den Starterpass als Nachweis seiner guten Berufsorientierung. Fotos: Theobald
Gianluca Lauria erhielt als Erster im Saarland den Starterpass als Nachweis seiner guten Berufsorientierung. Fotos: Theobald

Von SZ-RedakteurinMichaela Heinze Oft sagen Arbeitgeber, dass viele junge Leute nicht zum Lehrling taugen - nach Bewerberrunden und Pisa-Studien etwa. Aber zu warten, dass es von selbst besser wird, hilft eben nicht. Es zählen Taten - wie zum Beispiel in Saarwellingen. Wie sich die Lernpartnerschaft dort entwickelt, weiß keiner. Aber die Zeichen stehen gut: Wer sich mit Berufen beschäftigt, findet eher das, was ihm liegt. Und wer als Schüler früh die Praxis testet, findet sich später besser darin zurecht. Auf einen BlickAlwis steht für Arbeitsleben, Wirtschaft und Schule und wurde von der saarländischen Landesregierung, der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer, dem Landesinstitut für Pädagogik und Medien, den Wirtschaftsjunioren, dem Forum junger Handwerker und der Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Unternehmer als Verein gegründet. hth