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Schleuser-Großeinsatz
In Saarwellingen Geflüchtete wollten offenbar nach England (Update)

Auch aus der Luft sucht die Polizei nach drei Menschen, die sich auf der Flucht befinden. (Symbolbild).
Auch aus der Luft sucht die Polizei nach drei Menschen, die sich auf der Flucht befinden. (Symbolbild). FOTO: BeckerBredel
Saarwellingen. Seit Freitag sind Ermittler im Dauer-Einsatz, um nach drei Geflüchteten zu suchen, die auf einem Lastwagen illegal als blinde Passagiere ins Saarland gekommen sein sollen. Von Matthias Zimmermann und Pascal Becher
Pascal Becher

Nach dem Stopp eines Lasters auf der A 8 bei Saarwellingen fahnden Beamte der Bundes- und saarländischen Polizei nach drei Menschen, die sich auf der Flucht befinden. Die Ermittler waren nach Angaben des Bexbacher Bundespolizeisprechers Dieter Schwan aufmerksam geworden, nachdem Zeugen gegen neun Uhr am Freitag alarmiert hatten. Ihnen sei aufgefallen, dass sich Personen auf dem Transporter befanden.


Als der Lastwagen stoppte, flüchteten sie vom Anhänger. Der Fahrer habe noch versucht einen der Flüchtenden zu fassen. Vergebens, wie die Polizei gestern bestätigte. Seitdem sind die Polizisten auf der Suche nach ihnen. Gestern war zeitweise auch ein Hubschrauber im Einsatz, um sie aus der Luft zu entdecken.

Inzwischen kennt die Polizei weitere Hintergründe des „Schleuser-Falls“: Der Brummifahrer sei demnach mit seinem aus Rumänien stammenden Wagen über Belgien und Luxemburg ins Saarland gekommen. In der Nacht zu Freitag habe er an der belgischen Grenze übernachtet. „Dabei sind die drei Personen offenbar auf seinen Laster geklettert“, so Schwan gestern zur SZ. An einer Stelle sei auch die Plane aufgeschnitten. Die blinden Passagiere habe der Fahrer nicht bemerkt, deshalb käme er auch nicht als Schleuser infrage, sagt Schwan.



Auch das Ziel der Geflüchteten ist klar: Die „Selbstgeschleusten“ wollten offenbar nicht ins Saarland, sondern nach England. „Es kommt immer wieder vor, dass diese Menschen einen falschen Transporter besteigen“, sagt der Bundespolizei-Sprecher. Hierzu passe auch ein Hinweis aus der Bevölkerung. Ein Mann wurde demnach am Samstagmorgen von drei Personen auf Englisch angesprochen. Sie wollten nach Belgien. Die Polizei geht derzeit weiteren Hinweisen nach. „Wir gehen davon aus, dass die Personen noch hier im Saarland sind.“