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Steppenreiter: Reiter kämpfen mit Pfeil und Bogen um Erfolge

Steppenreiter : Reiter kämpfen mit Pfeil und Bogen um Erfolge

Berittenes Bogenschießen: Ross und Reiter erwarben in Saarwellingen die Qualifikation für die deutsche Meisterschaft.

Zum ersten Mal überhaupt in der noch recht jungen Geschichte des berittenen Bogenschießens fand am vergangenen Wochenende ein Qualifikationsturnier zur Deutschen Meisterschaft im Saarland statt.

Die Initiatorin, Margit Kleinbauer, Leiterin des Trainingszentrums der Bogenreiter Hochwald, hatte den zweitägigen Wettbewerb recht kurzfristig auf der Anlage des Reit- und Fahrvereins Saarwellingen organisiert. Als Saarländerin kennt sie die Anlage, hat bereits einen Kurs in der Sportart auf dem Reitgelände „Auf der Höh“ gegeben. „Wir sind hier sehr herzlich aufgenommen worden, ich könnte mir gut vorstellen, dass in Zusammenarbeit mit dem Vorstandsmitglied Marie Meier hier ein kleines Leistungszentrum für diese Disziplin entstehen wird“, sagte Kleinbauer.

Sie selbst hat von der Reitdisziplin, die auf athletische Weise Reiten und Bogensport miteinander verbindet, vor gut acht Jahren beim Besuch einer Pferdemesse erfahren. Schnell haben sie und ihr Sohn Maximilian Blut geleckt. „Vor allem für Jungs ist das eine tolle Sportart. Mein Sohn meinte damals, er könne nun auf seinem Pferd Indianer spielen“, erzählte sie. Der Nachwuchs ist inzwischen mehrfacher deutscher Jugendmeister. Auch in Saarwellingen konnte er sich ebenso behaupten wie seine Mutter. Beide haben wichtige Punkte zur Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft am 9. und 10. September in Walldorf sammeln können.

Insgesamt waren an den beiden Tagen 14 Teilnehmer am Start, das sei durchaus ausbaufähig, erklärte die Initiatorin. Unterstützung erhielt sie von dem Verein Steppenreiter aus Mainz. Dort ist das berittene Bogenschießen seit vielen Jahren in Deutschland zu Hause.

Während des Wettkampfs, dem sich Kleinbauer am Samstagvormittag in der Disziplin „ungarisch“ stellte, sorgte Angela Graefen von den Steppenreitern für die zahlreichen Informationen rund um den Wettkampf. Während am Samstag der ungarische Wettkampf auf der 90 Meter langen Bahn auf dem Programm stand, bei dem in einem Zeitlimit von 18 Sekunden auf eine Scheibe in der Mitte der Bahn geschossen wird, galt der Sonntag der koreanischen Wettkampfdisziplin. Hier wird gleich auf mehrere Scheiben geschossen, was eine noch höhere Reitgeschwindigkeit abverlangt. Grafen erläuterte, wie komplex die Sportart ist. Denn sowohl Pferd als auch Reiter vollbringen hier Hochleistungssport. Zunächst, erläuterte Kleinbauer, gilt es, das Bogenschießen vom Boden aus zu erlernen. „Wenn man das nicht kann, dann macht es auf dem Pferd sitzend erst recht keinen Sinn“, sagte sie. Zudem muss der Sportler gute Reitfähigkeiten besitzen, gilt es doch, während des Schießens ohne Führung im Galopp sicher auf dem Pferd zu sein.

All das, dies zeigte ein Blick in den Wettkampf am Morgen, muss durch intensives Training und ein blindes Miteinander von Ross und Reiter erlernt werden. Gerade im Nachwuchsbereich, erklärte Kleinbauer, sei der Zeitaufwand an den Wettkämpfen ein weiteres Problem. Bereits am Tag vor dem Wettkampf muss ein Sicherheitstraining absolviert werden. Nur wenn die Pferde das bestehen, sind sie für den Wettbewerb zugelassen. Leider war die Resonanz beim Publikum in Saarwellingen zur Premiere eher verhalten - schade, – denn die Wettkämpfe, aber auch die Gemeinschaft, die unter allen Teilnehmern herrschte, waren absolut sehenswert.