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Reisbach überrascht sich selbst

Reisbach. Heimlich, still und leise ist der SC Reisbach in den vergangenen Wochen in der Fußball-Landesliga von Rang neun auf Relegationsplatz zwei gestürmt. Trainer Sebastian Saia hält sein Team aber dennoch nicht für einen Aufstiegs-Kandidaten. Philipp Semmler

Der SC Reisbach ist die Mannschaft der Stunde in der Fußball-Landesliga West. Durch den 4:1-Erfolg am vergangenen Samstag beim SSV Überherrn kletterten die Schwarz-Weißen in der Tabelle auf Rang zwei. Satte 19 Zähler sammelte der SC aus den acht Begegnungen seit Mitte Oktober. Vor diesen Partien stand die Mannschaft im Klassement nur auf Rang neun. "Wir sind selbst überrascht, dass wir so weit nach oben gekommen sind", gibt der Sportliche Leiter des SC, Alfred Philippi, zu.

In der vergangenen Spielzeit hatte Reisbach lange gegen den Abstieg gekämpft. Vor der laufenden Saison gab es dann einen kompletten Umbruch. Mit Sebastian Saia (34) wurde ein neuer Trainer verpflichtet, der Interims-Coach Reimund Reichert ablöste. "Sebastian hat sich bisher als absoluter Glücksgriff erwiesen", freut sich Philippi. "Er arbeitet in allen Bereichen sehr engagiert. Egal, ob es um das Training, die Vorbereitung auf die Spiele oder die Spiele selbst geht." Nach diesen Lobesworten ist es wenig verwunderlich, dass der Vertrag mit dem Übungsleiter auch bereits im Dezember für die kommende Runde verlängert wurde.

Auch für Saia war es keine Frage, dass er beim SCR bleiben will. "Ich kann hier in Ruhe arbeiten, und der Verein teilt meine Philosophie", erklärt der 34-Jährige. Dazu gehört beispielsweise das Heranführen junger Spieler aus dem Ort oder der näheren Umgebung in die Mannschaft.

Bereits vor dieser Saison änderte sich das Gesicht der Mannschaft stark. 13 Neuzugänge wurden geholt, darunter viele junge Akteure - aber auch erfahrene wie Daniel Grauvogel (kam von der FSG Bous) oder Timo Weiss (vom FSV Hemmersdorf). "Die meisten Neuen haben sich richtig gut akklimatisiert", berichtet Philippi. "Die Stimmung in der Mannschaft ist sehr gut - und das ist mit einer der Hauptgründe, warum es momentan so gut läuft." Dass die Chemie beim SCR stimmt, beweist auch die Tatsache, dass alle Akteure der Landesliga-Elf bereits für die nächste Runde zugesagt haben.

Trotz des Sprungs auf Rang zwei, der zur Teilnahme an einem Entscheidungsspiel zur Verbandsliga berechtigt, will Philippi aber von einem möglichen Aufstieg (noch) nichts wissen. Schließlich hat der SV Schwemlingen-Ballern als Tabellensechster gerade einmal einen Zähler weniger als sein Club. "Wenn man zwei Spiele verliert, ist man auch wieder ganz schnell Sechster. Außerdem wollen wir uns keinen Druck machen", sagt der Sportliche Leiter. Auch Trainer Saia sieht sein Team noch nicht als einen Anwärter auf einen Platz in der Verbandsliga. "Rang zwei ist eine schöne Momentaufnahme, mehr aber nicht. Normalerweise sind wir nicht so stark, dass wir auch am Saisonende dort stehen können."



An diesem Sonntag um 15 Uhr empfängt der SC Reisbach die SSV Pachten.