| 21:10 Uhr

Ortsrat Reisbach
Reisbach kämpft gegen Wasser

Reisbach. Vernässung im Untergrund und Schäden der Unwetter waren Thema im Gemeinderat.

Auf Antrag der SPD-Gemeinderatsfraktion Saarwellingen fand am Mittwochabend eine Sondersitzung des Gemeinderates zusammen mit dem Ortsrat Reisbach statt. Das Thema: Die Vernässungsproblematik in Reibach. Das Thema Wasser spielte im Rahmen der Sitzung eine noch viel größere Rolle. Nicht zuletzt aufgrund des Unwetters vom vergangenen Samstag musste die Sitzung von der Lohwieshalle ins Pfarrheim verlegt werden. Die Halle, erklärte Saarwellingens Bürgermeister Manfred Schwinn, wird nach ersten Schätzungen wohl ein halbes Jahr gesperrt sein. Die Vereine, erklärte er, hätten sich zum Teil schon arrangiert, auch die Nachmittagsbetreuung habe im Pfarrheim, ebenso wie der Rat am Mittwoch, eine Alternative gefunden. Auch nach ein paar Tagen Abstand zeigte sich der Verwaltungschef sichtlich geschockt, ist aber nach der Zusage, ins Hilfsprogramm der Landesregierung aufgenommen zu werden, ein wenig erleichtert. Für die Betroffenen, sagte er, sei es wichtig, die Schäden zu dokumentieren und sie telefonisch zu melden.


Auch im Laufe des Abends, zu dem gleich zwei Fachmänner eingeladen waren, spielte das Wasser, mal im Bereich der Bergschäden, dann aber auch wieder im Allgemeinen eine große Rolle. Zunächst einmal hatte Axel Schäfer von der RAG das Wort. Er erläuterte die Vielzahl an Gutachten, die erstellt wurden, um zu untersuchen, wie sich die Ellbachtalaue verändert hat. Von anfänglich elf Grundwassermessstellen im Jahr 2002, sagte er, habe man am Ende vor dem Ende des Bergbaus an 32 Punkten den Grundwasserspiegel untersucht. Das Ergebnis, das vom Ingenieurbüro Marx aus Spiesen-Elversberg vorliegt, laute: Es gibt keine Veränderungen, die ursächlich dem Bergbau zugewiesen werden können. Und auch nach dem Ende des Bergbaus, erklärte er, sagten die Prognosen, dass es keine zusätzlichen Vernässungen geben werde.

Noch intensiver beschäftigte sich Christoph Wettmann vom ELS (Erdbaulaboratorium Saar) mit dem Thema, hatte zahlreiche Folien zu den Ganglinien mitgebracht. Auch er erklärte, dass keine Veränderungen aufgrund des Bergbaus festzustellen sind. Vielmehr erläuterte er, dass gerade in der betroffenen Waldstraße eine Vielzahl an Ursachen zusammenkämen, nicht unerheblich sei die Tallage mit dem Ellbach. Axel Schäfer fügte an, dass es in diesem Bereich schon viel früher zu Problemen kam. „Wir wissen von Häusern, die einen Durchlauf für das Wasser haben“. Entscheidend, erläuterte Schäfer, sei bei einer Vernässung, ob sie durch den Bergbau entstanden ist. „Es ist nicht entscheidend, von wo das Wasser kommt. Wichtig ist aber, dass durch Erdbewegungen eine Drainage oder ein Packlager bei älteren Häusern zerstört wurde und so das Eindringen des Wassers ermöglicht hat. Daher muss jeder Schaden ganz individuell betrachtet werden“, sagte er. In einem Punkt, den die SPD in ihrem Antrag eingebracht hatte, stimmte Schäfer vollumfänglich zu. „Die RAG wird sich zukünftig schneller zurückmelden. Es darf nicht sein, dass es wochenlang dauert, bis es einen Ansprechpartner gibt“, sagte Schäfer.



Zusammen mit dem LUA, fügte Bürgermeister Schwinn an, will man sich zeitnah dem Gesamtthema Wasser annehmen, auch das entstandene Biotop an der Waldstraße genauer untersuchen. Denn hier, das erklärte Familie Henkel nach der Sitzung, braucht es dringend Lösungen. „Wir saufen langsam aber sicher ab. Der Grundwasserspiegel lässt uns noch 70 Zentimeter Luft“, sagte Kai Henkel.

(cim)