Protest gegen Bebauungsplan John in Saarwellingen

Flächenmanagement : Protest gegen Bebauungsplan John

Menschen in Saarwellinger Wohngebieten fürchten um bisherigen Lärmschutz und eine Frischluftschneise. 800 unterschreiben Petition.

In Saarwellingen formiert sich Widerstand gegen eine Ausweitung von Gewerbefläche innerhalb des Industrieparks John. Eine Liste mit 800 innerhalb kurzer Zeit gesammelter Unterschriften werde am Donnerstag, 11. Juli, im Rahmen der sogenannten Öffentlichkeitsbeteiligung beim Bauamt der Gemeinde Saarwellingen eingereicht. Das teilte Professor Thomas Gergen, einer der Initiatoren, mit. Zudem wurde am Montag, 1. Juli, eine Petition an die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger überreicht.

Der Protest bezieht sich auf einen Beschluss, den der Gemeinderat Ende Mai gefasst hat. Der heißt „5. Änderung des Bebauungsplanes Industriepark John“. Der Plan soll so geändert werden, dass eine ansässige Firma erweitern kann und „die Ansiedlung weiterer Betriebe ermöglicht“ werden soll. Für die Unterzeichner gilt: „Es ist ein erheblicher Eingriff in die Natur und in die Wohnqualität von Käuersbach und Campus Nobel. Der Wald, der sich seit 20 Jahren entfalten konnte, wird abgeholzt. Ein Biotop wird verschwinden. Die Frischluftschneise verschwindet.“

Die Unterzeichner kritisieren in der Petition an Rehlinger, dass die Planänderung 6,6 Hektar Land verbrauche und einen breiten Grüngürtel vernichte. Das Areal erfülle die Funktion eines Immissionsschutzwaldes zwischen dem Industriepark John und den Wohngebieten. Das habe bislang ein „immissionsverträgliches Nebeneinander“ von Wohnen und Gewerbe ermöglicht. Jetzt sei dies gefährdet, und zwar als „unzulässige Einzelprivilegierung“, also im Interesse allein eines einzelnen Unternehmens.

Das, sagen die Gegner der Änderung des Bebauungsplanes, sei doppelt ärgerlich. Denn erstens „stehen bereits viele Hallen leer“ und gerade bei den Auto-Zulieferern würden es bald noch mehr. Zweitens habe seinerzeit die EU die Aufforstung des Geländes, wo jetzt der Wald steht, finanziert. Daraus resultiere möglicherweise eine „Rückzahlungspflicht der Gemeinde“. Gergen: „Der Ortsteil Saarwellingen hat neben Windrädern und dem geplanten Lkw-Parkplatz eine weitere, also dritte ökologische Baustelle.“

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