Neujahrsempfang der Gemeinde Saarwellingen: Rede von Manfred Schwinn

Neujahrsempfang : Vom Windpark bis zur Festhallen-Zukunft

Beim Neujahrsempfang der Gemeinde Saarwellingen blickte Bürgermeister Manfred Schwinn zurück und voraus.

Die Sternsinger durften beim Neujahrsempfang der Gemeinde Saarwellingen am Samstag nicht fehlen. Schließlich, so Bürgermeister Manfred Schwinn, sei es „ein guter alter Brauch, den Segen über unsere betagte Festhalle zu bringen“. Letztere sollte denn auch ein Thema seiner Neujahrsansprache sein. Die hielt er vor etwa 350 Gästen, darunter vielen Vertretern des öffentlichen Lebens.

Schwinn blickte auf 2019 zurück. So auf die Kommunalwahl im Mai, nach der nun fünf Fraktionen im Rat vertreten sind. Er ging auch auf „eines der wichtigsten Projekte in Saarwellingen“, nämlich die Bebauung der Breitwiese, ein, die auf die Zielgerade gegangen sei. Der letzte Bauabschnitt, der Neubau eines Drogeriemarktes an Stelle des alten Edeka-Marktes, sei in vollem Gange.

 Zwei weitere wichtige Entscheidungen hätten die Menschen hier beschäftigt, sagte Schwinn weiter. Inklusive kontroverser Diskussionen. Zum einen ging’s um das Thema Windpark. Den Plänen der Firma Enovos zum Bau im ausgewiesenen Vorranggebiet hatte der Rat erst eine Absage erteilt. Nachdem die Firma mitgeteilt hatte, sie plane nun auf privaten Flächen, gab es doch ein Ja zum Bau auf Gemeindeflächen. „Meiner Meinung nach war dies die einzig richtige Entscheidung“, sagte Schwinn. Er ging auf Kritik ein und schloss zu dem Thema: „Man stelle sich mal vor, die Gemeinde lehnt das Vorhaben ab, verzichtet auf die Einnahmen aus Verpachtung der Flächen, und verzichtet damit auf Einnahmen von circa vier Millionen Euro.“

Auch die 5. Änderung des Bebauungsplanes Industriepark John habe für hitzige Diskussionen gesorgt, erinnerte er – und sprach auch von „unsäglichen Vorwürfen“ in Richtung Verwaltung. Er sei froh, dass die Gremien das Vorhaben unterstützt hätten. Es gehe um den Erhalt von 85 Arbeitsplätzen, zusätzlich sollten etwa 20 Jobs geschaffen werden. „Ich stehe voll und ganz hinter der Entscheidung.“ Der Erhalt von Arbeitsplätzen sei gerade in der momentanen Situation oberste Aufgabe eines Bürgermeisters und der politisch Verantwortlichen.

Dass jüngst mehrere Geschäfte im Zentrum geschlossen haben, bezeichnete er als „gefährliche Entwicklung“ und kündigte an, mit verschiedenen Akteuren zu versuchen, der negativen Entwicklung entgegenzuwirken.

Beim Punkt „wichtige Projekte“ erwähnte er die neue gemeinsame Grüngutsammelstelle mit Nalbach seit 1. Januar – und die neue Festhalle. Man sei hier „ein Stück weiter“. Im August 2019 habe sich die Jury für ein Architekturbüro zur Planung der neuen Halle entschieden. „Ich hoffe, dass wir in Kürze den Auftrag vergeben dürfen.“ Allerdings: „Dies wird juristisch geklärt werden müssen, da ein in diesem Verfahren unterlegenes Büro Einspruch eingelegt hat. Sie sehen, es ist gar nicht so einfach, loszulegen.“ Loslegen wolle man an einigen Projekten – er erwähnte hier unter anderem den Neubau des Kindergartens in Schwarzenholz oder auch den zweiten Erweiterungsbau der Gutbergschule.

Womit er zu den Finanzen kam. Zurzeit sei man in den Haushaltsplanungen. „Trotz aller Widrigkeiten bin ich überzeugt, dass wir auch in 2020 einen genehmigungsfähigen Haushalt verabschieden können.“ Auch in diesem Jahr werde die Gemeinde eine der wenigen im Saarland sein, die momentan keinen Kassenkredit haben. Das bedeute aber nicht, dass man im Geld schwimme, vielmehr habe die „eiserne Spardisziplin“ zu dieser finanziellen Situation beitragen.

Die Rede des Bürgermeisters wurde umrahmt von Darbietungen des Orchesters des Musikvereins 1891 „Harmonie“ Saarwellingen. Die 45 Musiker im Alter von 14 bis 80 Jahren boten unter der Leitung von Pierre Petit einen bunten Querschnitt von Klassik über Marsch bis Pop. Sie begeisterten damit so sehr, dass es am Ende stehende Ovationen und eine Zugabe gab. Fürs leibliche Wohl sorgten nach dem offiziellen Teil die Damen vom Saarland Frauen Verein Schwarzenholz. Bewirtet wurden die Gäste von den Gold-Blauen-Funken.