Mit Humor vor der Kamera

Reisbach. Eine junge Studentin, der naturwissenschaftliche Fächer liegen, und ein rüstiger 84-jähriger Rentner, der von sich selbst sagt, dass "Humoristisches sein Lebenselixier" ist. Dazwischen liegen Generationen und doch verbindet sie Gemeinsames, nämlich die visuelle Darstellung

Reisbach. Eine junge Studentin, der naturwissenschaftliche Fächer liegen, und ein rüstiger 84-jähriger Rentner, der von sich selbst sagt, dass "Humoristisches sein Lebenselixier" ist. Dazwischen liegen Generationen und doch verbindet sie Gemeinsames, nämlich die visuelle Darstellung. Viktoria Wirbel aus Reisbach, 19 Jahre alt, greift dabei zur Videokamera, Günter Georgi zur Fotokamera. Beide ließen ihre Hobbys nun zusammenfließen, die eine als Kamerafrau, der andere als Akteur und Hauptdarsteller.

Physik und Kreatives

Viktoria Wirbel studiert Mathematik und Physik auf Lehramt. Naturwissenschaften liegen ihr, aber wie passt da ein kreatives Hobby hinein? "Gerade in meinem Studium brauche ich einen kreativen Ausgleich", sagt sie. Mit ihrem Bruder gemeinsam drehte sie vor zwei Jahren ihren ersten Film. "Die Reise ins Paradies" heißt er, und damit heimste sie sich den Kulturpreis des Kulturzentrums Selbstverwalteter Betriebshof Saarlouis (SBS) ein. "Von dem Geld kaufte ich mir eine kleine Filmausrüstung", erklärt Wirbel. Sie drehte verschiedene Beiträge, reichte sie erfolgreich bei Wettbewerben ein, etwa den Film "Sie würden, wenn sie könnten" zum Kreisumweltpreis 2011. Auch gehörte sie damit zur Preisträgerin des Landesfilmfestivals 2012.

Über einen Zeitungsartikel erfuhr Georgi von der jungen Hobbyfilmerin. Er ist seit seiner Kindheit davon fasziniert, Situationen in Fotos festzuhalten. Nach dem Krieg begann er als freier Mitarbeiter mit Text- und Fotobeiträgen für die Lausitzer Rundschau. Allerdings bekam er in der DDR Probleme, weil der Journalist gerne mal Dinge auf humoristische Art präsentierte, und das passte nicht ins System. "Ich habe ein Schreibverbot bekommen und fand danach keine Arbeit mehr", sagt er. 1958, noch vor dem Mauerbau, wanderte er ins Saarland aus.

Als freier Mitarbeiter bot er sich der saarländischen Medienlandschaft an, bereiste 92 Länder und berichtete darüber. Er gehörte dem Fotoclub Saarbrücken an, beteiligte sich an zahlreichen Ausstellungen, organisierte selbst welche, brachte eigene Fotobücher heraus, landete zwei Mal im Guinness-Buch der Rekorde. "Humoriges ist mein Lebenselixier", sagt der 84-Jährige.

Fotomann von der Saar

Und genau das soll in einem Film aufgezeigt werden, den er mit der Reisbacherin drehte, quasi ein Porträt des "Fotomanns von der Saar", wie er sich selbst bezeichnet. "Video der Generationen 2013", lautet der Titel des Filmfestivals des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, an dem Wirbel sich mit einem Beitrag zum Motto "Letzte Reise" beteiligen möchte. Das zweite gemeinsame Projekt der Generationen.

Viktoria Wirbel hat für ihr neustes Filmprojekt den Hobbyfotografen Günter Georgi im Visier. Foto: Heike Theobald.

Monatelang hat sie Eindrücke von Georgi mit der Videokamera eingefangen. "Locker und witzig" habe der Heusweiler sich mit dem Thema "Sterben" auseinandergesetzt. "Die meiste Arbeit war der Schnitt", erklärt die Reisbacherin. Maximal 15 Minuten darf der Beitrag zum Wettbewerb lang sein. Die aufwendige Arbeit schafft sie trotz Studium. "In den Semesterferien bleibt Zeit genug", sagt sie. Einsendeschluss ist Mitte Januar.