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Metaller enttäuscht über Tarifabschluss

Metaller enttäuscht über Tarifabschluss

Völklingen/Saarwellingen. Acht Prozent gefordert, 4,2 Prozent plus eine Einmalzahlung bekommen, diesen Vertragsabschluss mussten die Bevollmächtigten des IG-Metall Verwaltungsbezirkes Völklingen, Robert Hiry und Guido Lesch, auf der jüngsten Delegiertenkonferenz ihren Kollegen erklären

Völklingen/Saarwellingen. Acht Prozent gefordert, 4,2 Prozent plus eine Einmalzahlung bekommen, diesen Vertragsabschluss mussten die Bevollmächtigten des IG-Metall Verwaltungsbezirkes Völklingen, Robert Hiry und Guido Lesch, auf der jüngsten Delegiertenkonferenz ihren Kollegen erklären. Tausende von Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie demonstrierten auf den Straßen des Saarlandes (bundesweit waren es mehr als eine halbe Million) für acht Prozent mehr Lohn und Gehalt. Die Tarifbewegung stand unter dem Motto: "Es geht um mehr"."Wir haben Erwartungen geweckt, Hoffnungen hervorgerufen und wollten die Gerechtigkeitslücke schließen", sagte Robert Hiry. Der Schock für die IG-Metaller aus dem Verwaltungsbezirk Völklingen - der bis Merzig-Wadern geht und das halbe Saarland umfasst - kam nach dem Pilotabschluss in Baden-Württemberg vom 11. November. Dort einigten sich die Tarifparteien auf 4,2 Prozent und eine Einmalzahlung in Höhe von 510 Euro für die Monate November bis Januar 2009. Die Gewerkschafter um Hiry zeigten auf der jüngsten Tarifkommissionssitzung der so genannten Mittelgruppe (Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen mit insgesamt 235000 Beschäftigten) in Frankfurt Flagge; sie lehnten den Pilotabschluss ab. Allerdings, sagte Hiry, "vertraten wir nicht die Mehrheitsmeinung". Das Ergebnis von Baden-Württemberg sei "nicht zum Jubeln." Mit diesem Tarifabschluss sei die Gerechtigkeitslücke nicht zu schließen. Hiry ging auch auf die Wirtschafts- und Finanzkrise ein.Vor dem Hintergrund einbrechender Produktionszahlen und zurückgehenden Absatzes vor allem in der Automobilindustrie seien berechtigte Forderungen der Beschäftigten schwer durchzusetzen. Für den Autogipfel, den Ministerpräsident Peter Müller kürzlich einberief, hatte Hiry nur Spott übrig. "Die Arbeiter erwirtschaften die Erträge, und der Ministerpräsident lädt die Kapitalisten ein", sagte er in der Festhalle in Saarwellingen. Wer was erreichen wolle, der müsse auch die Arbeitnehmervertreter einladen. Am Ende der Versammlung bekamen die 129 Metaller das Buch von Ottmar Schreiner "Die Gerechtigkeitslücke" geschenkt.