Manfred Schwinn ist angekommen

In einer Stichwahl im Oktober hatte sich der SPD-Mann durchgesetzt. Seit sechs Monaten lenkt er nun als Verwaltungschef die Geschicke in Saarwellingen.

Ein bisschen aufgeregt war Manfred Schwinn am Abend vor seinem ersten Tag als Saarwellinger Bürgermeister schon - das gibt er zu und hatte es auch so erwartet. Sechs Monate ist sein Amtsantritt in diesen Tagen her. Zeit, für einen Rückblick auf das erste halbe Jahr.

"Am ersten Morgen war ich viel zu früh", erinnert sich Schwinn beim Gespräch mit unserer Redaktion und lacht. Dann ging alles Schlag auf Schlag: Erste Einweisung ins Tagesgeschäft und Orientierungsphase. "Danach habe ich es mir aber nicht nehmen lassen, die Mitarbeiter persönlich zu begrüßen und mich vorzustellen", erzählt der Neu-Bürgermeister. Sich vorzustellen braucht er heute in der Verwaltung und im Ort fast keinem mehr. Die Grundlagen der Verwaltungstätigkeit sitzen, wie Schwinn bestätigt. Und auch zu den größeren und kleineren Projekten in der Gemeinde hat er die Fakten und Hintergründe parat. "Ich habe jedes Projekt eins nach dem anderen konkret weitergebracht", resümiert er. Als Erfolg verbucht er zum Beispiel Entscheidung und Vergabe von Arbeiten zum Neubau des Feuerwehrgerätehauses in der Schloßstraße (wir haben berichtet). Der Spatenstich für das Großprojekt ist für 17. Mai geplant, die Fertigstellung für März 2018. "Ich bin zuversichtlich, dass wir das zur Zufriedenheit aller hinbekommen."

Als zweites Großprojekt, das Aufmerksamkeit und Steuerung erfordert, hat Schwinn sich die Bebauung der Breitwies auf die Fahnen geschrieben. Das Gelände war 2016 an einen Investor verkauft worden, dann aber hakte es. "Gerade haben wir einen Knoten gelöst", erzählt Schwinn. Der erste Bauantrag sei eingereicht. "Das sollte jetzt schneller vorangehen. Ich denke, wir werden im Herbst schon etwas sehen."

Ebenfalls vorangehen soll es bei den Planungen für eine neue Festhalle nebst Räumen für das Gemeindearchiv. "Hier herrscht Einigkeit im Rat, dass etwas getan werden muss", sagt Schwinn. Was tatsächlich realisiert werden könne, hänge aber immer auch an den Finanzen. In dieser Hinsicht hat Schwinn sein Highlight des ersten Halbjahres schnell ausgemacht. "Ich bin froh, dass wir im April den ersten Haushalt in meiner Verantwortung verabschieden konnten." Mit Blick auf die derzeitigen finanziellen Spielräume erhoffe und erwarte er sich von der neuen Landesregierung Verhandlungen, was die Finanzierung der Kommunen anbelangt.

Gut aufgestellt sieht Schwinn seine Gemeinde derzeit in Sachen Kitas. Außerdem laufe der Ausbau der Gutbergschule ("mein erster Spatenstich"), und in Reisbach werden zusammen mit dem Entsorgungsverband Saar rund zehn Millionen Euro in die Abwasser-Infrastruktur investiert.

Bei Freizeitangebot und Daseinsvorsorge zeigt sich der Bürgermeister ebenfalls zufrieden. "Wir haben ein schönes Freibad, Rad- und Wanderwege." Mittelfristig wünsche er sich Radwege zwischen den Ortsteilen. Ebenfalls auf dem Zettel hat Schwinn die Busanbindungen - vorrangig von Reisbach nach Lebach - und schnelles Internet in Saarwellingen und den Ortsteilen.

Zu den großen Projekten kommt das Tagesgeschäft hinzu. Personalentwicklung und interkommunale Zusammenarbeit sind nur zwei von zahlreichen Stichworten. "Es macht Spaß", sagt Schwinn über seine Arbeit, "ich bin ohne Übertreibung angekommen".