Linker Hans Kiechle aus Saarwellingen will Pumpspeicherkraftwerk

Kostenpflichtiger Inhalt: Alternative : Saubere Energie für 40 Prozent der Saarländer?

Jetzt müsste es doch endlich losgehen! Hans Kiechle, Kommunalpolitiker der Linken aus Saarwellingen, rechnet ungeduldig mit dem Start des Baus eines Pumpspeicherkraftwerks – im früheren RAG-Nordschacht.

„Das neue Pumpspeicherkraftwerk wird kommen – das ist so sicher wie das Amen in der Kirche“, ist der Reisbacher Linkenpolitiker Hans Kiechle überzeugt. Seit Jahren setzt er sich für den Bau eines Kraftwerkes auf dem Gelände des ehemaligen Abbaugebietes Nordschacht außerhalb von Reisbach bei Saarwellingen ein.

Nach dem Ende des saarländischen Bergabaus im Jahr 2012 kam die Idee, im Nordschacht ein neues Pumpspeicherkraftwerk zu bauen, bereits 2015 auf.

Kiechle sieht nun die Zeit gekommen, endlich zu handeln und Nägel mit Köpfen zu machen: „Wir haben alles durchgerechnet, die Finanzierung steht und es gibt niemanden, der das Kraftwerk nicht bauen möchte.“ Es fehle nur einer, der sagt: Los geht’s. Die Lage ist laut Kiechle ideal. Nicht nur, dass der 800 Meter tiefe ehemalige Grubenschacht der einzige im Saarland ist, der noch offen ist, er liegt zudem idealerweise weit ab von bewohntem Gebiet, hat eine gute Anbindung an die Autobahn und die Versorgungsleitungen für die Stromeinspeisung sind wegen der Versorgung des früheren Bergbaus auch schon vorhanden: „Es spricht wirklich nichts gegen diesen Standort, er ist einfach perfekt“, weiß der Linken-Politiker.

Niemand werde gestört, da das Werk weit außerhalb und unter Tage liegen würde, es gibt somit keine Lärmbelästigung. Auch ein Eingriff in die Natur ist nicht mehr nötig, da der Schacht schon vorhanden ist: „Mit einem Pumpspeicherkraftwerk können wir 300 Megawatt Strom erzeugen – das ist so viel wie mit 100 Windkraftanlagen“, weiß Kiechle. Das Kraftwerk koste lediglich 450 Millionen Euro, diese Kosten lassen sich durch die späteren Einnahmen schnell wieder wettmachen, ist der Linkenpolitiker überzeugt. Und mit Bürgerprotesten, wie sie beim Bau von Windkraftanlagen häufig auftreten, sei ebenfalls nicht zu rechnen. Zudem ist es ein Bau für die Ewigkeit, da ein solches Werk nicht wartungsintensiv sei und mit wenigen Teilen funktioniere, erklärt der Reisbacher: „Bei 300 Megawatt können wir 350 000 Saarländer mit Strom versorgen, das sind 40 Prozent der Bevölkerung – und die Leitungen, die den Strom transportieren, liegen schon im Boden und reichen bis zum Verteilerknotenpunkt nach Uchtelfangen.“

Die Bauzeit für ein solches Projekt beträgt bis zu neun Jahre, weiß Kiechle, aber gehandelt werden müsse sofort: „Wir müssen einen Staudamm bauen, bevor die RAG beschließt, das Grubenwasser nicht mehr abzupumpen und der Schacht vollläuft.“ Dann wäre es aber zu spät. Da die RAG den Antrag bereits gestellt hat und Kiechle damit rechnet, dass dieser in zirka drei Jahren durchgesetzt wird, müsse innerhalb der nächsten zwölf Monate mit dem Dammbau, der rund fünf Millionen Euro koste, begonnen werden: Aber auch für den Damm steht die Finanzierung laut Kiechle bereits.

Der Bund habe 3,5 Millionen und das Land weitere 1,5 Millionen Euro zugesagt: „Wichtig ist nur, dass wir ihn vor der Flutung bauen, dann sind wir unabhängig mit dem Kraftwerk und können das Projekt in Ruhe anpacken.“

Für Kiechle ist das Vorhaben ein ganz klares Zeichen für den Umwelt- und Klimaschutz, dessen Zeit er mehr als gekommen sieht: „Wir können Strom erzeugen, indem wir Wasser einen Schacht hinunterfließen lassen, um dadurch mit Turbinen Strom zu erzeugen, ökologischer und nachhaltiger geht es nun wirklich nicht.“

Und in Zeiten, in denen für den Kohleausstieg mal einfach so 40 Milliarden Euro für die Lausitz locker gemacht werden können, sollte es doch möglich sein, 450 Millionen Euro in den Bau eines Pumpspeicherkraftwerkes zu stecken, findet Kiechle. Und das wird seiner Meinung auch geschehen, er sieht die Zeit gekommen:

„Alle reden vom Klimaschutz und der Energiewende, kein Projekt ist besser dazu geeignet als dieses.“ Unterstützung erfährt Kiechle nach eigenne Angaben von allen Beteiligten, sowohl vom Grundstückseigentümer, der Stadt Lebach und dem saarländischen Wirtschaftsministerium: „Aber auch die RAG hat ihre Bereitschaft zum Bau des Kraftwerkes bestätigt, es muss jetzt einfach nur mal einer sagen – los geht’s.“

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