Lebenshilfe weiht inklusive Krippe "Waldwichtel" in Saarwellingen ein

Eröffnung : Lebenshilfe eröffnet die Krippe Waldwichtel

Als Kinderkrippe mit Vorzeigecharakter im Saarland bezeichneten Redner am Sonntagvormittag die neue Einrichtung Waldwichtel. Die stellte sich bei einem Sommerfest der Lebenshilfe ganztägig vor.

Am nördlichen Ortseineingang von Saarwellingen, zwischen Erich-Pohl-Haus und Kita „St. Pius“, liegt der Neubau der Lebenshilfe im Kreis Saarlouis. Waldwichtel ist eine inklusive Krippe für Kinder von der achten Woche bis zum dritten Lebensjahr.

„Wir schließen damit eine bisher schmerzhafte Lücke in unserer Angebotspalette für Menschen mit Behinderung“, sagte der Vorsitzende der Lebenshilfe, Roland Steinmetz, bei der Einweihungsfeier. Damit entlaste man Eltern, Angehörige und Sorgeberechtigte. Für diese Altersgruppe behinderter Kinder „haben wir in der Vergangenheit nichts gehabt“, sagte Landrat Patrik Lauer.

Eltern mussten bislang warten, bis ihr Kind drei Jahre alt war und einen inklusiven Kindergarten besuchen konnte. Die neue Einrichtung helfe, sagte Sozialministerin Monika Bachmann, „Menschen mit Handicap mitzunehmen“. Und das schon ganz früh. Für dieses Engagement dankte sie der Lebenshilfe. Die hat ihre neue inklusive Kinderkrippe seit 2010 auf den Weg gebracht.

Damals wurde in Kooperation mit der Gemeinde Saarwellingen der Neubau auf dem Gelände des Erich-Pohl-Hauses beschlossen. Diese Kinderkrippe ist Teil eines Komplexes unterschiedlicher Einrichtungen für behinderte Menschen am Standort Saarwellingen.

Symbolische Schlüsselübergabe im Lichthof: von links) Patrik Lauer, Erich Pohl, Monika Bachmann, Claudia Denig, Roland Steinmetz und Uwe Nisius. Foto: Bodwing/Johannes A. Bodwing

2018 fand der Spatenstich statt, nach einem Jahr Bauzeit nun die Einweihung. Rund 950 Quadratmeter Nutzfläche bietet die Kinderkrippe Waldwichtel. Die vier Gruppenräume sind jeweils mit Schlaf- und Waschraum versehen. Ein geräumiger Lichthof schafft Möglichkeiten für Spiel und Geselligkeit im Freien. Vor dort gibt es in alle Richtungen Zugänge zum Innern. Einer davon führt in die Turnhalle, andere in einen breiten rundum laufenden Flur.

Viel Platz gibt es auch in Gruppenräumen, sagte Architekt Alexander Schwehm. Weil Kinder mit Handicap oftmals auf Hilfsmittel angewiesen sind. „Wir haben versucht, so viel Licht wie möglich in das Gebäude zu holen“, erklärte Schwehm zu Lichtschächten und heller Beleuchtung. Im hinteren Teil des Gebäudes liegen Förderräume. Zwei davon können mittels Trennwand variabel genutzt werden. Der vordere Bereich des Gebäudes beinhaltet Büro, Elternraum und Personalraum.

Zwischen den beiden Eingängen liegt der helle Essensraum. Rechts davon befindet sich die Küche mit eigenständiger Kinderküche. Das Essen werde angeliefert, sagte Claudia Denig, Leiterin der Kinderkrippe. „Noch bin ich allein“, sagte sie. Die Teams werden in den kommenden Wochen aufgebaut. Ab August komme die erste inklusive Kindergruppe mit acht Kindern, je vier behinderte sowie vier nichtbehinderte Kinder. Insgesamt werden es vier Gruppen mit 32 Kindern. Pro Gruppe gibt es „je drei Fachkräfte“, stellte Denig dar. Dazu kommen zwei Fachkräfte, die gruppenübergreifend spezielle Förderung durchführen. Beispielsweise Bewegung, Musik und Sprache. Zusätzlich helfen Praktikanten und Auszubildende.

Zirka 2,4 Millionen Euro betrugen alleine die Baukosten, sagte Roland Steinmetz beim Eröffnungstermin. Bei der Finanzierung des Vorhabens waren Land und Landkreis mit im Boot, außerdem die Aktion Mensch. Für eine Deckungslücke von rund 200 000 Euro konnte Landrat Lauer die Beteiligung aller 13 Kommunen des Landkreises gewinnen, sagte Steinmetz. Auch das gilt als einzigartig.

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