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Schadensbilanz
Kurioses und Konkretes im Gemeinderat

Unwetter am 9. Juni: Eine Schlammlawine machte die Eiweiler Straße unpassierbar. Rund 25 Schadensmeldungen von Bürgern sind bislang bei der Gemeinde eingegangen.
Unwetter am 9. Juni: Eine Schlammlawine machte die Eiweiler Straße unpassierbar. Rund 25 Schadensmeldungen von Bürgern sind bislang bei der Gemeinde eingegangen. FOTO: Ruppenthal
Saarwellingen . Kernthemen im Saarwellinger Gemeinderat waren Unwetter, Jahresabschluss und die interessante Nachbesetzung des Seniorenbeirates. Von Oliver Spettel

Der kürzeste Punkt in der ohnehin sehr flotten Sitzung des Saarwellinger Gemeinderates war am Donnerstag die Nachberufung eines Mitgliedes für den Seniorenbeirat. Die Berufung von Frank Schmitz aus Saarwellingen hatte einen besonderen Hintergrund. In der konstituierenden Sitzung des Beirates hatte sich unter den 17 Mitgliedern niemand gefunden, der bereit war, den Posten des Vorsitzenden zu übernehmen. Schmitz hatte sich zunächst nicht für das Gremium gemeldet, weil er mit 53 Jahren noch knapp unter der eigentlich vorgesehenen Altersgrenze von 55 Jahren liegt, wie es in der Verwaltungsvorlage heißt. Im Nachgang habe er sich dann gemeldet, seine Mitarbeit angeboten und signalisiert, bei Bedarf auch den Vorsitz übernehmen zu wollen. Mit Frank Schmitz berief der Rat also ein neues Mitglied und zugleich den designierten Vorsitzenden des Seniorenbeirates.


Weiterer Tagesordnungspunkt war der Jahresabschluss 2012. Wie vom Ausschuss einstimmig empfohlen beschloss der Rat den Abschluss mit einem Minus von rund 2,15 Millionen Euro und erteilte dem damaligen Bürgermeister Michael Philipppi Entlastung.

Den meisten Raum nahmen in der Sitzung die Mitteilungen der Verwaltung ein. Bürgermeister Manfred Schwinn hatte erste konkrete Zahlen zu den Folgen des Unwetters für die kommunalen Liegenschaften vorlegen können. „Lohwieshalle und Turnhalle wurden beschädigt und mussten sofort gesperrt werden“, erinnerte Schwinn an die unmittelbaren Folgen. Mittlerweile habe eine Prüfung ergeben, dass die Böden in beiden Hallen ersetzt werden müssen. Der Schaden wird aktuell auf rund 150 000 Euro geschätzt. Die, bestätigte Schwinn, werden zu 60 bis 70 Prozent von einer Elementarschadenversicherung übernommen. Die erforderlichen Geldmittel werden über den Finanzhaushalt bereitgestellt. Mittlerweile, betonte Schwinn weiter, seien in Abstimmung mit der Versicherung erste Maßnahmen zur Trocknung des Estrichs in der Lohwieshalle angelaufen. Es wird davon ausgegangen, dass hier nur der Sportboden ersetzt werden muss. Die Sanierungsarbeiten würden in Kürze ausgeschrieben und sollen „voraussichtlich vor den Herbstferien“ fertig sein. Von der Sperrung betroffene Vereine haben sich mittlerweile größtenteils mit Vereinen anderer Ortsteile arrangiert, erklärte Schwinn. Für den Turnunterricht der Kinder habe die Kirchengemeinde Räume angeboten.



Neben öffentlichen Gebäuden waren vom Unwetter auch Privathäuser betroffen. Bislang hätten sich rund 25 betroffene Bürger über die Hotline bei der Gemeinde gemeldet und einen Schaden mitgeteilt. „Hier helfen wir bei der Antragsstellung“, erläuterte Schwinn. Die gesammelten Unterlagen gehen an den Kreis und werden ans zuständige Ministerium weitergeleitet.