Knappe Kiste in Saarwellingen

Die Entscheidung über die Wahl zum neuen Bürgermeister von Saarwellingen fällt erst in zwei Wochen. Dann treten Manfred Schwinn (SPD) und Heiko Moutty (CDU) in einer Stichwahl an. Einzelbewerber Markus Summa fehlten am Ende sechs Stimmen.

Der eigentliche Gewinner des gestrigen Wahlabends in Saarwellingen wird in zwei Wochen, bei der Stichwahl, nicht dabei sein. Sechs Stimmen fehlten dem parteilosen Einzelbewerber Markus Summa am Ende, um mit dem CDU-Kandidaten Heiko Moutty gleich zu ziehen. "Ich würde lügen, würde ich sagen, dass mich das nicht das nicht ein wenig wurmt, aber unterm Strich bin ich mit dem Ergebnis natürlich sehr zufrieden", sagt Summa, den 2028 der 6539 Wähler gerne als Bürgermeister gesehen hätten, also 31,43 Prozent. Auf die Idee, bei einem derart knappen Ergebnis nachzählen zu lassen oder eine Wahlempfehlung abzugeben werde er nicht kommen. "Das ist nicht meine Art. Mir hat der Wahlkampf riesigen Spaß gemacht. Ich habe gekämpft bis zur letzten Kartoffel", sagte der sichtlich gut gelaunte Markus Summa, der im Wahlkampf Kartoffeln als Werbegeschenke verteilte.

Manfred Schwinn (SPD ) hat die meisten Wähler hinter sich versammeln können, nämlich 2390, in Prozenten ausgedrückt: 37,04. Dass es zu einer Stichwahl kommen würde, hatte Schwinn schon länger vermutet, aber: "Das gute Ergebnis von Markus Summa überrascht mich schon etwas. Jetzt gilt es, die frei gewordenen Stimmen auf meine Seite zu ziehen. Es liegen 14 spannende Tage vor uns", sagt Schwinn.

Um diese Stimme will auch CDU-Kandidat Heiko Moutty kämpfen, der nach dem hauchdünnen Vorsprung auf Markus Summa sichtlich erleichtert war. "Mir ist für einen Moment das Herz stehen geblieben, so knapp, wie das war", sagte Moutty. Aber jetzt werde er alles dran setzen, die knapp 5,5 Prozent Rückstand auf Manfred Schwinn aufzuholen und "die Bürger mit Überzeugung zu erreichen".

Gemeindewahlleiter Armin Weisgerber zeigte sich mit dem Verlauf der Wahl und des Wahlkampfs sehr zufrieden und erklärte, dass die Stimmen in den knappen Bezirken bereits zwei Mal gezählt wurden.

Meinung:Weckruf für die Etablierten

Von SZ-Redakteur Marc Prams

Das war schon eine faustdicke Überraschung, für die Markus Summa gestern Abend in der Saarwellinger Festhalle gesorgt hat. Aus dem Stand schaffte es der parteilose Einzelbewerber auf 31,43 Prozent der Stimmen und verfehlte den Einzug in die Stichwahl um Haaresbreite. Ohne großes Budget und ohne große Partei im Rücken war er angetreten, weil es ihm an handelnden Politikern mangele, sagte er und sprach von "Politiker-Verdrossenheit". Dieses Gefühl scheinen viele Saarwellinger zu teilen und haben sich gegen einen Kandidaten der etablierten Parteien entschieden. Wer immer die Wahl gewinnt, er muss einiges dafür tun, um das Vertrauen der Saarwellinger für sich zu gewinnen.