1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Saarwellingen

Kita Kinderland Saarwellingen hat seit 2017 Legionellen

Gesundheit : Immer noch Legionellen in Kita Kinderland Saarwellingen

Wie sich jetzt herausgestellt hat, sind zur Behebung des Problems wohl größere Baumaßnahmen notwendig.

Seit 2017 hat die Kita Kinderland in Saarwellingen ein Legionellen-Problem, das sich hartnäckig hält. So berichtete die Saarbrücker Zeitung letztmals im August 2019 von der Legionellen-Belastung im Wasser der beiden Häuser Kinderland I und II. „Nicht gleichmäßige Temperaturverteilung in den Trinkwasserinstallationen“ sei damals, laut Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Wolfgang Schmitt, der Grund gewesen.

Das Wasser wurde daraufhin engmaschiger kontrolliert, es gab technische Veränderungen, Spülpläne, Desinfektionen und mehr. Im Haus Kinderland II sanken die Werte. Im Haus Kinderland I konnte das Wasser seit Ende 2017 nur eingeschränkt genutzt werden, weil die Werte leicht erhöht waren; Ende Juli 2019 waren die Erreger erneut im Wasser aufgetaucht. „Im geringen bis mittleren Bereich“, hieß es damals.

Eine aktuelle Nachfrage beim Landratsamt ergab, dass das Legionellenproblem bis heute weiterbesteht. In Kinderland I und II gebe es keinerlei Veränderung zum Befund der Legionellen, teilte die Pressestelle des Landkreises mit. Es würden weiterhin die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen getroffen, das heißt unter anderem, dass das Duschen nicht möglich ist und die Kinder mit Waschlappen gewaschen werden. Trinkwasser gibt es aus Flaschen.

Ende 2019 habe es einen Ortstermin mit einer Fachfirma gegeben, die für weitere Bau- und Sanierungsmaßnahmen beauftragt werden soll. Der Baubeginn hänge davon ab, wann entsprechende Fördermittel bewilligt werden. Im Rahmen des Saarländischen Kinderbetreuungs- und -bildungsgesetzes (SKBBG) werden Bau- und Sanierungsmaßnahmen nach Antragstellung und Prüfung durch das Bildungsministerium gefördert. Anteilig werden diese Kosten dann vom Ministerium, dem Landkreis und den Kommunen getragen. Antragstellung, Prüfung des Antrages und Förderung müssen dabei vor Beginn der Baumaßnahmen erfolgen, heißt es aus dem Landratsamt.

Kleinere betriebs- und bautechnische Maßnahmen wie der Einbau von Spül- und Regulierventilen sind bereits erfolgt; ein entsprechender Erfolg habe sich dahingehend gezeigt, dass die Legionellenkonzentration vermindert und der seitens der Trinkwasserverordnung vorgegebene technische Maßnahmenwert (TMW) von 100 Kolonie bildenden Einheiten KBE/100ml unterschritten wurde. Eine komplette Legionellenfreiheit konnte aber nicht erreicht werden. Laut Gesundheitsamt bestehe zwar keine Gesundheitsgefahr, dennoch verfolge man eine „Null-Toleranz-Strategie“.

Da immer noch Legionellen im Trinkwasser fortbestehen, wenn auch in geringer Konzentration, liegt ein minimales, aber latentes Risiko vor, teilt der Kreis, der auch Träger der Kita Kinderland-Einrichtungen ist, mit: Es seien größere, bis dato nicht näher beschriebene betriebs- und bautechnische Maßnahmen notwendig, um zukünftig eine Legionellenfreiheit im Betrieb und somit eine Risikofreiheit zu erreichen.