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Kinder schnuppern in regionalen Firmen

Kinder schnuppern in regionalen Firmen

„Kiewi“ – so heißt ein Projekt, das Grundschüler für einen Besuch in regionale Betriebe führt. Jetzt haben sich 40 Kinder der Gutbergschule Saarwellingen die Maschinen der Druckerei SVD angesehen.

Mit staunenden Augen beobachten Amelie und Elena aus dem vierten Schuljahr der Gutbergschule in Saarwellingen, wie Roberto Castelli den dicken Stapel großer Blätter erst zusammenpressen lässt und dann in einer Schneidemaschine halbiert. "Ist das Messer wirklich ganz scharf?", fragt Amelie besorgt Manfred Wagner, den geschäftsführenden Gesellschafter der Druckerei SVD im Gewerbegebiet in Saarwellingen. Der bejaht die Frage und sucht mit den Schülern vor den Maschinen in seiner Druckerei das Gespräch.

Gleich am Eingang zu seinem Unternehmen, das seit 2006 am Standort Saarwellingen ist und 100 Mitarbeiter zählt, war die Begrüßung der Nachwuchskräfte Chefsache. Nach einer Busrundreise durch die großen Gewerbegebiete im Kreis fand für die 40 Jungen und Mädchen der beiden Grundschulen Reisbach und Saarwellingen die Fahrt in Sachen Wirtschaft bei der SVD ihren Höhepunkt.

Mit Argusaugen wachte Manfred Krämer vom Wirtschaftsförderungsverband Untere Saar über die Schüler. "Ich sehe dieses Projekt ein bisschen wie mein Kind und freue mich, wenn es so gut funktioniert", sagt er.

Bereits zum dritten Mal konnte er das Projekt "Kiewi" (Kinder entdecken Wirtschaft) durchführen. Nach Grundschulen in Schwalbach und Schmelz war er in Saarwellingen zu Gast und blickte am Freitag auf einen erfolgreichen Verlauf zurück.

Wie Wirtschaft funktioniert

"Die Idee, die ich mit dem Projekt verbinde, ist es, schon den Jüngsten zu zeigen, wie Wirtschaft funktioniert", erklärt er. Während es für weiterführende Schulen viele Angebote im Bereich der Berufsfindung gibt, fehlte ihm ein Pendant für die Grundschüler "Das haben wir mit Kiewi geschaffen. Die Schüler erfahren erst im Unterricht, wie Wirtschaft funktioniert, etwa, warum bestimmte Standorte von Firmen ausgewählt werden. Zum Abschluss gibt es diese Rundfahrt mit dem Besuch eines Unternehmens".

Fachkräfte von übermorgen

Das, so verrät er, gestaltet sich nicht immer ganz einfach, bei Manfred Wagner ist er selbst mit 40 zehnjährigen Schülern im Schlepptau auf offene Türen gestoßen. "Ich würde mir wünschen, dass noch viele Firmen erkennen würden, dass es sich schon in diesem Alter lohnt, um die Fachkräfte von übermorgen zu kämpfen", sagt er. Und wenn Amelie und Elena auch lieber Tierärztin werden wollen, wie sie betonten, die Führung durch die Druckerei mit all ihren riesigen Maschinen und Papierstapeln hat den beiden Mädchen sehr gut gefallen.