Keine alltägliche Aufgabe für den Musikverein

Keine alltägliche Aufgabe für den Musikverein

. "So etwas Einmaliges werde ich nicht mehr erleben", sagt Ernst Eisenbarth, wenn er sich an das Gastspiel des Musikvereins 1891 Harmonie Saarwellingen in der französischen Gemeinde Saint-Mihiel erinnert.

Am Sonntag, 14. September, machten sich rund 50 Musiker , darunter Eisenbarth, auf den Weg zu dem kleinen Ort am Fluss Maas, zirka 65 Kilometer südwestlich von Metz gelegen. Dort findet alljährlich eine Gedenkfeier anlässlich der "Double Libération", der doppelten Befreiung des Ortes, statt.

Sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg lag Saint-Mihiel unmittelbar an der Frontlinie und wurde von den Deutschen besetzt. Das Gedenken an die doppelte Befreiung wurde in diesem Jahr, dem hundertsten Jahr nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges, besonders groß gefeiert. So gab es neben der Zeremonie, bei der an einem Ehrenmal den gefallenen Soldaten gedacht wurde, eine Neuerung: Erstmals wurde ein deutsches Orchester zu der Veranstaltung eingeladen, und dieses war der Musikverein 1891 Harmonie Saarwellingen .

Im Rathaus von Saint-Mihiel spielte das Orchester in historischer Bergmannstracht mit Tschako und Federbusch und in Begleitung einer drei Mann starken Schellenbaum-Mannschaft auf. Gewünscht waren ausschließlich deutsche Märsche. Stücke wie "Preußens Gloria", "Herzog von Braunschweig" oder der "Bataillon Garde Marsch" wurden zum Besten gegeben.

"Ein faszinierendes Erlebnis," sagt Eisenbarth, der noch immer von der Begeisterung der Franzosen schwärmt. Diese entließen die Saarwellinger Musiker dann auch erst nach einer Zugabe.