Jazzwochen : Seit 15 Jahren gibt es Jazz vom Feinsten in Saarwellingen

Am kommenden Sonntag starten im Alten Rathaus die Jazzwochen.

Seit nunmehr 15 Jahren veranstaltet die Gemeinde in Kooperation mit dem Kulturförderverein die Saarwellinger Jazzwochen im Kulturzentrum „Kulturtreff Altes Rathaus“. Seitdem hat sich mehr oder weniger eine feste Programmstruktur etabliert.

Wie immer wird der Schwerpunkt auf Künstler aus der Region gelegt, die zumeist – extra für Saarwellingen – ein neues Programm kreieren. Als besonderes „BonBon“ zum 15. Geburtstag wird das Programm von Chris Jarrett eröffnet. Ansonsten könnte man dieses Jahr laut Ankündigung unter das Motto „Netzwerke“ stellen. Ausgangspunkt ist dabei sicherlich der Saarländische Landesverband Jazz, der neben seinen Langzeitworkshops auch die Landesschüler-Bigband „Jazztrain“ betreut. Manuel Krass, David Andres, Johannes Müller und Philipp Schug waren Mitglieder von Jazztrain und sind mittlerweile national und international unterwegs.

Claus Krisch war Mitgründer des Landesverbandes und hat mit Johannes Müller die Saarwellinger Jazzwochen und vor allem den Workshop „International Jazzwerkstatt Saarwellingen“ mit aufgebaut. Im Rahmen des Workshops hat sich vergangenes Jahr die Formation „Three Tenors” gegründet, deren Mitglieder Gilad Atzmon und Thilo Wagner von Beginn an Dozenten des Sommerworkshops in Saarwellingen sind. Das Programm:

Sonntag, 17. März, 11 Uhr:

Chris Jarrett – Piano Solo: Seit vielen Jahren lebt der in den USA geborene Musiker und Komponist Chris Jarrett in Deutschland. In seinen Stücken lässt er Jazz, Klassik, Avantgarde und Weltmusik auf atemberaubende Art und Weise verschmelzen. Dafür wird er von Musikjournalisten auch schon mal als „Rebell“ gegen das Pianoestablishment bezeichnet. Eine ganz besondere Matinée erwartet die Besucher des Alten Rathauses an diesem Sonntag zum Start der „Saarwellinger Jazzwochen“. Eintritt frei.

Freitag, 22. März, 20 Uhr.

New Art Trio – „But Beautiful – Träume, Albträume und die Musik von Giganten – die gelebte(n) Geschichte(n) des Jazz“ mit Claus Krisch (Piano), Frank Grandjean (Kontrabass), Rolf Seel (Schlagzeug), Jürgen Kirchhoff (Sprecher).

Unter diesem Titel hat das „New Art Trio“ in einer Top-Besetzung ein mehrteiliges Programm entwickelt, bei dem Text, gesprochenes Wort und Musik in ungewöhnlicher Form integriert sind. Die verwendeten Texte entstammen Biographien und Berichten über einflussreiche Jazzmusiker des 20. Jahrhunderts, welche von Zeitgenossen verfasst wurden.

Der im Alten Rathaus präsentierte Teil des Programms handelt von Thelonious Monk und Duke Ellington. Sie werden als konkrete Menschen erfahrbar und zugleich zu beklemmenden Beispielen dafür, wie durch bizarre private und gesellschaftliche Bedingungen der amerikanische Traum von Erfolg und gutem Leben zum gelebten Albtraum wird. Eintritt: zehn/acht Euro.

Sonntag, 24. März, 11 Uhr:

Barbara Barth & Manuel Krass – „In Spheres“. Wenn die Sängerin Barbara Barth und der Pianist Manuel Krass zusammen finden, entsteht Musik, die Weite verströmt. Melodien zwischen Jazz, Pop und Folklore vereinigen sich mit sphärischen Klängen, die Klanglandschaften, fremde Dimensionen und riesige Räume vor dem inneren Auge entstehen lassen. Eintritt frei.

Freitag, 29. März, 20 Uhr:

Philipp Schug – „Philipp Schugs Bonefiles“: Philipp Schug, Bert Conzen, Adi Becker, Frédéric Martin (Posaune), Volker Engelbert (Piano), Laurent Peckels (Bass), Daniel Prätzlich (Schlagzeug). Ganz im Zeichen der berühmten Jazzposaunen-Ensembles rund um „Jay and Kay“ oder Urbie Green steht dieses spannende Projekt des saarländischen Posaunisten Philipp Schug. Unterstützt wird er hierbei von seinen drei Satzkollegen aus der „BigBand der Bundeswehr“ – Bert Conzen, Adi Becker und Frédéric Martin, sowie von Volker Engelbert, Laurent Peckels und Daniel Prätzlich. Eintritt: zehn/acht Euro.

Sonntag, 31. März, 11 Uhr:

David Andres & Lydia Schiller: Deep Talk – Vertraue Deiner Vorstellungskraft. Die Musik dieser außergewöhnlichen Duo-Besetzung lässt einen Sog entstehen, dem man sich als Zuhörer nur schwer entziehen kann. Gerade der freie Raum zwischen der Tiefe des Kontrabasses und der hohen Stimme animiert die Zuhörer dazu, ein Teil des Geschehens zu werden: Die Vorstellungskraft verbindet das Publikum mit den beiden Musikern, sie wird zur inspirierenden Kommunikationsebene. Eintritt frei.

Freitag, 5. April, 20 Uhr:

Philipp Schug. Foto: Hanno Endres
Deep Talk. Foto: David Andres
The Three Tenors. Foto: Detlef Monter
Barbara Barth und Manuel Krass. Foto: Jörn Michaely
Chris Jarrett. Foto: Rüdiger Vogt

Johannes Müller, Gilad Atzmon und Tony Lakatos – „Three Tenors“. Gilad Atzmon, Tony Lakatos und Johannes Müller (Tenorsaxophon) Thilo Wagner (Piano), Yaron Stavi (Bass), Enzo Zirilli (Schlagzeug). Mit Tony Lakatos, Johannes Müller und Gilad Atzmon stehen im „Alten Rathaus“ drei der besten europäischen Tenoristen gemeinsam auf der Bühne. Sie haben zu einer außergewöhnlichen Formation zusammengefunden und präsentieren ein Konzert, das sich dem Tenorsaxofon widmen wird. Das Programm wird Vorbildern und Legenden – wie John Coltrane, Benny Golson, Sonny Rollins und Dexter Gordon – seinen Tribut zollen. Eintritt: zehn/acht Euro.

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