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Jahreskonzert beim Musikverein Harmonie Saarwellingen

Jahreskonzert : Eine Reise zu weit entfernten Sternen

Der Musikverein Harmonie Saarwellingen begeisterte sein Publikum beim Jahreskonzert.

Es ist der Moment, auf den alle gewartet haben: Als Abschluss des Konzerts steht der Radetzky-Marsch auf dem Programm. Das Publikum fiebert dem Augenblick entgehen, um mitklatschen zu können. Und dann: Die Ersten beginnen zu früh zu klatschen, das Stück bricht ab. Gespielt entrüstet dreht sich Dirigent Pierre Petit zu seinem Publikum um und schüttelt tadelnd den Kopf, das wiederum schüttelt sich vor Lachen, ehe Petit es erneut probiert und nach ein, zwei Spielereien endlich die weltbekannten Töne von Strauss’ Marsch die Sport- und Spielhalle am Schäferpfad in Saarwellingen erfüllen.

So fulminant wie das Jahreskonzert des Musikvereins 1891 Harmonie in Saarwellingen endete, so fulminant begann es auch. Gleich das erste Stück des Abends, „Festive Ouverture“ von Dmitri Schostakovich aus dem Bolschoi-Theater, verlangte den Musikern des Blasorchesters vieles ab. Zu den Klängen von Trompeten und Posaunen gesellten sich alsbald die tiefen und melodischen Töne von Klarinetten und Querflöten, ehe das Stück nach Worten von Achim Strieder, der als erster Schriftführer durch das Programm führte, „voller Energie und schäumend wie eine just geöffnete Champagnerflasche“ zum Schluss kam. Zu jedem Musikstück hatte Strieder etwas zu sagen, gab dem Publikum einen Einblick in das Leben der Komponisten. Erzählte, wie Gustav Holst eigens für Blasorchester das Werk „First Suite für Militärkapelle“ komponierte, wie das Lied „Shenandoah“ von Frank Ticheli vom Stamm der Cherokee-Indianer im Shenandoah Valley und der Liebe eines Weißen zu einer Indianerin erzählt. Oder wie das Stück Puszta voller Esprit und Charakter, mal flott und rasant, dann wieder gemächlich und verspielt, sich so abwechslungsreich zeigt wie die ungarische Puszta selbst.

Still lauschte das zahlreich erschienene Publikum, ließ die Musik auf sich wirken, reiste mit den über 50 Musikern des Vereins zu weit entfernten Sternen und Planeten oder versuchte es „mit Gemütlichkeit“, als das große Orchester die Zuhörer mit in den Dschungel zu Mogli und Balu nahm.

Immer wieder wippten die Köpfe und Füße im Takt der Musik mit, die Zuhörer belohnten den Musikverein mit tosendem Applaus.

„Ich bin stolz auf die Mannschaft“, sagte am Ende der Vorsitzende Jochen Klos, auch die Gäste waren nach dem Jahreskonzert voll des Lobes für die Musiker.