Imker in Saarwellingen gestärkt

Immer weniger Bienenvölker und immer ältere Mitglieder sind ein Problem im Saarwellinger Imkerverein gewesen. Dank des Engagements von Volker Löw konnte diese Negativentwicklung gestoppt werden.

"Wenn im nächsten Jahr beim Kurs der Jungimker wieder so viele wie in diesem Jahr dabei bleiben, werden wir vielleicht bereits nach fünf Jahren intensiver Arbeit das 40. Mitglied begrüßen können", erklärt Volker Löw, Bienensachverständiger des Landkreis Saarlouis, zugleich Vorsitzender des Imkervereins Reisbach .

Im vergangenen Jahr haben wir ihn bei einem Kurstag in Reisbach besucht. Löw hat nicht aufgegeben, stand aber, wie er erzählt, mit dem Rücken zur Wand. Zum einen, weil die Mitglieder im Imkerverein immer weniger und älter wurden, zum anderen aber auch, weil es immer weniger Bienenvölker gab.

Dank seines unermüdlichen Engagements hat er in der Gemeinde Saarwellingen diese negative Entwicklung gestoppt und ist nun, mit dem Werben von Jungimkern, aber auch der intensiven Aufklärungsarbeit in Kindergärten und Schulen, auf einem guten Weg, "die flächendeckende Bestäubung" zu erreichen. Das hat Löw Saarwellingens Bürgermeister Michael Philippi versprochen.

Direkt betroffen vom Ausbleiben der Bienen in den vergangenen Jahren war Alfred Scherer aus Saarwellingen . Er hat im vergangenen Jahr den Jungimkerkurs besucht und hat mehrere Bienenvölker in seinem Garten. "Ich habe drei Jahre lang beobachtet, dass es keinen Bienenflug mehr in unserem Garten gab und damit auch kein Obst", erzählt er über seine Beweggründe, sich für Bienen zu interessieren.

"Ich bin sehr naturverbunden und wollte der Umwelt etwas Gutes tun", erklärt Beate Müller, ebenfalls aus Saarwellingen . Bei ihr ist Volker Löw, der Patenimker, zu Gast, schaut nach dem Rechten. "Ich muss betonen, dass Frauen sehr gute Imker sind, sie arbeiten sehr genau und nehmen meine Ratschläge sehr ernst", sagt er. Daher freut er sich besonders, dass immer mehr weibliche Teilnehmer in den Imkerkursen zu finden sind.

Beate Müller hat im vergangenen Jahr teilgenommen, versorgt inzwischen fünf Bienenvölker und hat den ersten Honig in Gläser abgefüllt. Für sie ist der Honig aber nur ein Nebenprodukt, das ihrem Sohn hilft, gesund zu bleiben. "Wir konnten vielfach die Gabe von Antibiotika vermeiden, inzwischen habe ich auch sehr gute Erfahrungen mit dem Inhalieren über dem offenen Bienenvolk gemacht", erzählt sie.

Den Besuch Löws nutzt Beate Müller, die tatkräftig von ihrem Mann Andreas unterstützt wird, um die zweite Behandlung gegen die Varroa-Milbe mit Ameisensäure zu starten. "Diese Behandlung bringen wir den Jungimkern gleich im Kurs bei, denn ohne diese Behandlung würden sie ihre Völker nicht über den Winter bringen. Zudem besteht die Gefahr, dass sich die Milbe immer weiter verbreitet", betont Löw.

Er ist froh, dass es mittlerweile in der Gemeinde in zahlreichen privaten Gärten wieder friedliche Bienenvölker gibt. "Ich denke, Bienen gehören aufs Land, in der Stadt gibt es kaum Obstbäume und in den Gartenanlagen werden sie vielen Pestiziden ausgesetzt", sagt Volker Löw.

 Imkerin Beate Müller aus Saarwellingen behandelt ihre Bienen gegen die Varroa-Milbe, aufmerksame Beoachter sind ihr Mann Andreas, Imker Alfred Scherer sowie der Bienengesundheitswart Volker Löw (von rechts). Foto: Carolin Merkel
Imkerin Beate Müller aus Saarwellingen behandelt ihre Bienen gegen die Varroa-Milbe, aufmerksame Beoachter sind ihr Mann Andreas, Imker Alfred Scherer sowie der Bienengesundheitswart Volker Löw (von rechts). Foto: Carolin Merkel Foto: Carolin Merkel

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HintergrundVolker Löw hat das System der Patenimker für den Kreis Saarlouis entwickelt. Es soll junge Bienenzüchter werben und einen Ansprechpartner bei Problemen garantieren, damit die Jungimker Unterstützung erfahren und so bei der in der Gemeinde Saarwellingen angestrebten "flächendeckenden Bestäubung" mithelfen. Löws Projekt für Kindergärten und Schulen sorgt für Aufklärung von Anfang an: Er bringt Bienenvölker unter Plexiglas mit in den Unterricht, die in dem durchsichtigen Kasten aufgefächerten Waben ermöglichen den Blick auf die arbeitenden Bienen. So erfahren Kinder, wie der Apfel an den Baum kommt, sagt Löw. cim Kontakt: Volker Löw, Telefon (0 68 38) 98 36 38.