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Harald Bischoff aus Reisbach hat ein Rennpferd zur Zuchtstute gemacht

Harald Bischoff aus Reisbach züchtet Pferde : Mutterliebe statt Rennerfolg

In Reisbach wurde ein zuckersüßes Fohlen geboren. Kommt es nach seinen Eltern, sind spätere Erfolge auf der Rennbahn garantiert.

„Mutterliebe“ – diesen Titel hat Harald Bischoff aus Reisbach seinen Fotos gegeben, die er an unsere Redaktion geschickt hat. Darauf zu sehen ist ein erst wenige Tage altes Hengstfohlen und seine Mutter, die sich rührend um den Nachwuchs kümmert.

Tierkinder – zweifelsohne sind sie immer süß und erregen Aufmerksamkeit. Bei Harald Bischoff mischen sich zur Verliebtheit in das Fohlen auch etwas Stolz und eine große Portion Hoffnung. Denn der pensionierte Justizvollzugsbeamte aus dem Saarwellinger Ortsteil hat sich vor mehr als drei Jahrzehnten dem Pferderennsport verschrieben – und möchte gerne einen Einblick in sein nicht alltägliches Hobby geben.

„Früher war der Galopprennsport nur den Königen, Reichen und Schönen vorbehalten. Doch inzwischen ist er offener geworden und selbst ich, weder schön noch reich, betreibe ihn“, scherzt Bischoff. Dazu gekommen ist er durch einen eher zufälligen Besuch auf einer Pferderennbahn. Obwohl er im rheinland-pfälzischen Zweibrücken geboren wurde, in dem neben Rosen auch Pferde eine bedeutende Rolle spielen, hatte Bischoff viele Jahre lang „normale“ Hobbys wie Fußball, Tischtennis oder Wandern. Mittlerweile nimmt der Pferdesport täglich mehrere Stunden täglich ein. Denn Bischoff ist Züchter, Besitzer, Wetter und Förderer zugleich – weltweit digital, und, wenn nicht gerade Corona ist, auch persönlich unterwegs.

 Mutterliebe - Stute Acuarela mit ihrem Hengstfohlen,
Mutterliebe - Stute Acuarela mit ihrem Hengstfohlen, Foto: Harald Bischoff

Seit gut 30 Jahren ist er an unzähligen Rennpferden von Anteilsprozenten bis zum eigenen Galopper beteiligt und kann auf etliche Tiefs aber auch herausragende Erfolge zurückblicken. Darunter, erzählt er, sind Siege und Platzierungen auf internationaler Ebene. „Ich habe durch meinen Sport und die damit verbundenen Reisen in Europa und Übersee viel gesehen und eine Menge Erfahrungen gesammelt“, sagt er.

Neben den sportlichen Erfolgen, die Bischoff viele Jahre feierte, wollte er vor einigen Jahren in die Zucht einsteigen. Sein Zuchtvorhaben führte ihn in die Normandie. Dort, erklärte er, stimmen die Bedingungen, diese Region liegt ihm am Herzen. Für seine Zucht hat er sich im November 2015 die damals 18 Monate alte Stute Acuarela ausgesucht. Neben den Papieren, verrät er, hat ihn auch der Augenschein überzeugt. Der Preis allerdings, ein kleiner vierstelliger Betrag, ließ ihn zweifeln. „Ich hatte mit einem deutlich höheren Kaufpreis gerechnet, bekam sehr schnell den Zuschlag.“ Aber ein Experte, zugleich ein Agent, mit dem Bischoff freundschaftlich verbunden war, gratulierte ihm zu dem „Schnäppchen“. Und die von vielen unterschätzte, kleine Stute, berichtet Bischoff, entwickelte sich zunächst als großartiges Rennpferd mit zahlreichen Erfolgen.

Ganz besonders stolz machte Acuarela ihren Besitzer durch den ersten Sieg mit den eigenen Rennfarben in Frankreich. Nach vielen Erfolgen nahm Bischoff seine Stute nach Deutschland. Dort, erzählt er, blieb sie ohne die erhofften Erfolge. „Ich habe ihre Rennkarriere beendet und ihr als Zuchtstute einen neuen Lebensabschnitt gegeben“, erklärt er.

 Etwas schüchtern ist das kleine Fohlen noch.
Etwas schüchtern ist das kleine Fohlen noch. Foto: Harald Bischoff

Und der, das zeigen die Bilder, scheint der Stute zu gefallen. Nach der Stute Acatana schenkte sie nun Anfang Mai 2021 einem Hengstfohlen das Leben. „Ich hatte mir ein gesundes Fohlen gewünscht. Dass es ein Hengst ist, macht mich ganz besonders glücklich“, bekennt Bischoff.

Natürlich gibt es die lange und tadellose Liste der Abstammung. Vater des Fohlens war der „Galopper des Jahres 2017“ Dschingis Secret. Er steht für große, internationale Erfolge. Doch trotz aller Hoffnungen auf Erfolge in der Zukunft ist das Fohlen jetzt erst einmal ein zuckersüßes Tierkind – und erfreut mit seinem Anblick die Betrachter. „Ich hoffe, dass in den nächsten Jahre Rennpferde aus meiner Zucht starten werden und Erfolge erzielen. Wenn sie ihren Vorfahren nacheifern und meine Farben vertreten, das wäre schon das Pünktchen auf dem Träumchen“, verrät Bischoff abschließend.