Gemeinderat Saarwellingen: Beschluss zum Gewerbegebiet John

Kostenpflichtiger Inhalt: Votum zur Erweiterung : Gewerbegebiet John beschäftigt den Rat

Es geht um die Beschlussfassung: Die geplante Erweiterung des Gewerbegebiet John in Saarwellingen ist an diesem Donnerstag, 12. September, ein großes Thema im Gemeinderat. Im Vorfeld haben Kritiker dagegen mobil gemacht.

Ein Aufreger ist in Saarwellingen seit einiger Zeit die Erweiterung des Gewerbegebietes John. Denn dafür soll eine angrenzende Grün- und Ausgleichsfläche genutzt werden. Dagegen wenden sich Kritiker (die SZ berichtete), sie bemängeln auch die Informationspolitik der Gemeinde.

„Wenn man Infos haben wollte“, sagte Bürgermeister Manfred Schwinn am Montag im Gespräch mit der SZ, „hatte man schon die Möglichkeit gehabt, sich zu informieren“. Alles sei im Rathaus ausgelegt gewesen, die Unterlagen habe man von der Internetseite der Gemeinde herunterladen können. Besagte Fläche liegt zwischen der Werner-von-Siemens-Straße und der Paul-Linke-Straße südwestlich des Gewerbegebietes John. Sie endet spitzwinklig am Industriepark von Saarwellingen. In diesen Grünbereich hinein will sich eine im Gewerbegebiet ansässige Firma ausweiten. Ursprünglich hatte sie einen Standort mit komplett neuem Werksgebäude auf dem Campus Nobel vorgesehen, stellte Schwinn dar. Doch die Verhandlungen dort kamen zu keinem Ergebnis. „Die Firma will eine Fläche von 20 000 Quadratmetern erwerben“, sagte Schwinn. Dazu habe sie dann zum vergangenen Jahreswechsel bei der Gemeinde angefragt.

Ursprünglich war im Gespräch, dass Saarwellingen etwa zehn Hektar der Grünfläche zum Gewerbegebiet umwidmen wolle. Denn es lagen noch Anfragen weiterer Firmen vor. Daraus wurden 6,6 Hektar, für die eine Änderung des Bebauungsplanes im beschleunigten Verfahren möglich gewesen wäre. Jetzt geht es um eine Gesamtfläche von 4,2 Hektar. Davon blieben letztlich rund 3,5 Hektar für die Ausweitung des Gewerbegebietes John, erläuterte Bauamtsleiter Martin Bickar. Denn was an Waldfläche verloren gehe, „muss aufgeforstet werden“. Dafür werde ein breiter Waldstreifen entlang der Paul-Linke-Straße bis in die Spitze am Industriepark angelegt. Das diene auch als zusätzlicher Lärmschutz.

Rund 0,7 Hektar sind dafür veranschlagt. Für Tierwanderungen bleibt in der Planung ein rund 30 Meter breiter Korridor am Lärmschutzwall zwischen Gewerbegebiet und Industriepark. Der soll die Verbindung zwischen Dickenwald im Norden und Ellbachtal im Süden aufrecht halten.

Laut einem Gutachten hätte die geplante Erweiterungsmaßnahme keine Auswirkungen auf Klima und Ökologie, sagte Schwinn. Die Fläche sei dafür zu klein. Auf der Grünfläche war in früheren Jahren Kies abgebaut worden. Später erfolgte dort ein Ausgleich für den Industriepark John. Für diesen Ausgleich flossen auch Fördermittel. Dass die infolge der Erweiterung zurückgezahlt werden müssten, „ist nicht der Fall“, sagte Schwinn. „Das Ministerium hat keine Bedenken.“ Alles Wesentliche sei zudem über die Stellungnahmen der Behörden abgeklärt.

Mit der aktuellen Maßnahme wolle die betreffende Firma ihre Produktion ausweiten, sagte Schwinn. „Dort sind rund 80 Arbeitsplätze, die Hälfte davon haben Saarwellinger.“ Nach Erweiterung werde wohl auf etwa 100 Plätze aufgestockt. Die Erschließung gehe nicht zu Lasten der Gemeinde, versicherte er. „Das wird alles umgerechnet auf den Kaufpreis und dadurch abgedeckt.“

Kritiker der Erweiterung haben rund 1600 Unterschriften eingereicht. Sie überlegen außerdem zu klagen. „Dann werden wir uns juristisch beraten lassen und entsprechend positionieren“, so Schwinn.

Zum regulären Ablauf gehört nun die Ratssitzung am Donnerstag (siehe weiterer Artikel). Dort soll die Satzung zur Änderung des Bebauungsplanes öffentlich beschlossen werden. Zeitnah würde die Bekanntmachung in den „Saarwellinger Nachrichten“ erfolgen. Damit wäre die Änderung in Kraft, die Firma könnte ihr Bauvorhaben umsetzen.

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