EM lässt Annika noch heute schwärmen

EM lässt Annika noch heute schwärmen

Annika Summa aus Saar- wellingen zählt zu den Top-Karateka ihrer Altersklasse. Nach der EM in Sofia ist sie nun mal wieder daheim am Start.

Am Samstag kann sie endlich wieder zu Hause auf die Matte gehen: Annika Summa fiebert ihrem Heimspiel in Saarwellingen schon entgegen, denn beim 9. Seat-Karate-Cup ihres Vereins Shotokan Saarwellingen muss die 14-Jährige endlich mal nicht weit fahren, um sich mit der Top-Konkurrenz zu messen.

Kilometer hat die Karate-Kämpferin in den vergangenen Wochen ohnehin genug absolviert. Erst war sie bei einem Lehrgang mit dem Nationalteam, dann bei der Nachwuchs-Europameisterschaft in Sofia. 1204 Sportler aus 50 Nationen gingen dort vor vier Wochen an den Start - so viele wie noch nie.

Für Summa, die als deutsche U16-Meisterin im Feld der europäischen Elite mitmischen durfte, war es ein Riesen-Erlebnis - auch wenn der sportliche Auftritt der Schülerin des Saarlouiser Stadtgarten-Gymnasiums leider recht kurz ausfiel. Nur einen Kampf durfte Annika im Kumite bis 54 Kilo bestreiten. Sie unterlag der Ukrainerin Siuzen Sinchukovska mit 0:3. "Wir haben gleichzeitig geschlagen, mein Faustschlag war aber zu fest, deshalb wurde ich verwarnt", erinnert sie sich. Dadurch geriet die Saarwellingerin unter Zugzwang, ihre Gegnerin, die schon im Vorjahr bei der EM dabei war, konnte sich aufs Kontern verlegen - und spielte ihre Erfahrung aus. "Ich war total aufgeregt. Das hat man meinem Kampfstil angemerkt", meint Annika: "Schade, denn ich habe ein halbes Jahr auf diesen Moment hingearbeitet."

Dennoch sorgten die vier Minuten auf der EM-Bühne auch für jede Menge neuer Eindrücke und bleibender Erinnerungen. Die Atmosphäre in der Halle ("die war wirklich riesig"), das ganze EM-Flair mit Karateka aus ganz Europa und die zehn Tage mit dem deutschen Team - das alles lässt sie noch heute schwärmen. "Es war toll und hat total viel Spaß gemacht", sagt Summa. Klar, dass die Saarwellingerin diese Bühne erneut betreten möchte. "Ich habe mir fest vorgenommen, nächstes Jahr wieder bei der EM dabei zu sein", bekräftigt die Neuntklässlerin.

Dazu müssen bei den wichtigsten Karate-Turnieren gute Resultate her, um Jugend-Bundestrainer Klaus Bitsch erneut keine Wahl zu lassen. "Die drei wichtigsten Quali-Turniere sind das Youngstar-Randori im Mai, dann folgt die deutsche Meisterschaft im Juni und dazu der Krokoyama Cup in Koblenz. Dort muss ich so gut wie möglich abschneiden", erzählt Summa.

Für Ernst Kreuzer, den Vereinschef von Shotokan, steht außer Frage, dass Summa ihre Ziele erreichen wird: "Wir sind überzeugt, dass sie im Juni in Erfurt ein drittes Mal deutsche Meisterin wird und es nicht die letzte EM für sie war. Annika ist einfach eines der größten Talente in Deutschland und Sportlerin durch und durch." Neben dem Karate betreibt sie nämlich zudem auch noch Leichtathletik und Gerätturnen. Die volle Ladung Sport also. Annika ist das aber keineswegs zu aufwendig: "Von Stress würde ich da nicht reden. Es macht mir einfach Spaß." Und wenn es dann ab und an auch noch ein Heimspiel gibt - umso besser.

Zum Thema:

220 Judokas gehen am Samstag auf die Matte: Der Verein Shotokan-Karate Saarwellingen richtet am kommenden Samstag den 9. Seat-Karate-Cup aus. Hierzu haben sich 25 Vereine aus Deutschland und Luxemburg mit 220 Teilnehmern angemeldet. Mit dabei sind auch drei amtierende deutsche Meister: Neben Lokalmatadorin Annika Summa (Kumite, bis 54 Kilo) treten auch Shirley Fernan (Kata Masterklasse +55) aus Mayen sowie Julian Hadizadeh (Kata Schüler) aus St. Wendel an. Auftakt ist um 9 Uhr mit dem Nachwuchsturnier der Weiß- bis Grüngurte, ab 12 Uhr folgt ein Kata-Turnier für Erwachsene und ab 14.30 Uhr dann ein Jugendturnier. Der Eintritt kostet 3 Euro.

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