Ellbach wird entlastet: EVS baut in Reisbach

Projekt vorgestellt : Stauraumkanal soll Ellbach entlasten

Der Entsorgungsverband Saar (EVS) hat den Bürgern auf dem Reisbacher Festplatz das aktuelle Bauprojekt erläutert.

Seit Ende Juni laufen im Saarwellinger Ortsteil Reisbach im Bereich des Festplatzes die Arbeiten des Entsorgungsverbandes Saar (EVS) zur Optimierung der Regenwasserbehandlung. Der EVS investiert in die Maßnahme, die zur Abwasseranlage Saarwellingen gehört, rund 630 000 Euro.

Am Dienstag stellte der EVS interessierten Bürgerinnen und Bürgern das Projekt vor Ort auf dem Festplatz vor. Begrüßt wurden die Gäste vom Geschäftsführer der EVS Michael Philippi und dem Bürgermeister der Gemeinde Manfred Schwinn. Im Anschluss erläuterte Projektleiter Thomas Meyer die Maßnahme. Zur Baumaßnahme gehören der Neubau eines 80 Meter langen Stauraumkanals einschließlich des Drossel- und Entlastungsbauwerkes sowie eine rund 16 Meter lange Entlastungsleitung. Die geplante Bauzeit beläuft sich auf ein Jahr, so dass mit einem Bauende im zweiten Quartal 2019 gerechnet werden kann. Während der Reisbacher Kirmes wurden die Bauarbeiten übrigens unterbrochen, damit das Fest wie gewohnt stattfinden konnte.

„Das Sammlersystem im Saarland wird überwiegend im Mischsystem betrieben, das heißt, dass das häusliche Abwasser und das Regenwasser von befestigten Flächen im gleichen Kanal abgeleitet werden“, so Meyer. Da die Sammler durch überdurchschnittlich große Wassermengen bei so genannten Starkregenereignissen wie in jüngster Vergangenheit oft überlastet wären, werden im Kanalsystem so genannte Regenwasserbehandlungsanlagen gebaut. Kommt mehr Wasser an, als vom Hauptsammler aufzunehmen ist, wird dieses zunächst in Regenüberlaufbecken oder Stauraumkanälen gespeichert. Durch die Speicherung wird vermieden, dass der erste konzentrierte Schmutzstoß – neben dem eigentlichen Abwasser werden bei starkem Regen auch im Kanal befindliche Ablagerungen mitgeschwemmt – in den Ellbach gelangt.

Erst nach kompletter Befüllung des Stauraumes erfolgt der Abschlag des dann stark verdünnten und somit unschädlichen Mischwassers in den Bach. Die Anlagen seien so ausgelegt, dass die geringe Schmutzstoffmenge, die letztendlich noch in den Bach eingetragen wird, über die Selbstreinigungsfähigkeit des Baches leicht abgebaut werden kann, erklärt Meyer. Es komme also zu keinerlei Schädigung des Gewässers – im Gegenteil: Durch die Schaffung des Speichervolumens wird das Gewässer stark entlastet.

Der EVS bittet die Bevölkerung um Verständnis dafür, dass ein solch komplexes Projekt nicht gänzlich ohne Verkehrsbehinderungen und Lärmbeeinträchtigungen realisiert werden kann. Der Verband sicherte jedoch zu, dass er bemüht sein wird, diese so gering wie möglich zu halten.

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